Linguistik online 3, 2/99

"Seew., Segeln, Seemannssp., seem., Schifffahrt, Schiffbau und Sport"
oder
‘Besondere’ Lexik im allgemeinen einsprachigen Wörterbuch

Undine Kramer (Berlin)



 
 

1 Vorbemerkungen

Seew., Segeln, Seemannssp., seem., Schifffahrt, Schiffbau und Sportfinden sich allesamt in einem aktuellen und prototypischen Vertreter des Wörterbuchtyps ‘Allgemeines einsprachiges Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache’, nämlich dem "DUDEN. Deutsches Universalwörterbuch A-Z"1. Dort sind sie einesteils - wie segeln, Schifffahrt und Schiffbau - lemmatisiert, dienen andernteils jedoch in der wie im Titel dieses Beitrags angegebenen Schreibweise der Markierung ausgewählter fach- bzw. sondersprachlicher Wörter, die "für die Allgemeinheit von Bedeutung sind" und neben dem "zentralen Wortschatz der deutschen Sprache" zum Inventar dieses modernen Gebrauchswörterbuchs2 gehören (cf. DUWel 1996: Zusätze).

Die Aufnahme ‘besonderer’ Lexik in allgemeine einsprachige Wörterbücher hat eine lange Tradition. Sie dokumentiert in besonderer Weise die gegenseitige Einflußnahme von allgemeinem, universellem Wortschatz, der in den verschiedensten Lebensbereichen anwendbar ist und speziellem Wortschatz, der z.B. aus abgegrenzten sozialen Räumen stammt. Zudem reflektiert die Kodifikation gruppensprachlicher Lexik die Heterogenität und Vitalität der Gesamtsprache als einem offenen und anpassungsfähigem System. Das allgemeine einsprachige Wörterbuch ist offensichtlich ein geeignetes Medium, dies zu spiegeln und dabei eine Art lexikologisch-lexikographische Schnittstelle zwischen allgemeinem und gruppensprachlichem Wissen zu sein3.

Im Folgenden soll am Beispiel einer ‘besonderen’ Sprache - der sog. Seemannssprache - auf einige Aspekte der Aufnahme gruppensprachlicher Lexik im allgemeinen einsprachigen Wörterbuch eingegangen werden. Dazu wird in einem kurzen historischen Exkurs zunächst die Kodifizierung seemannssprachlicher Lexik seit dem 16. Jahrhundert beleuchtet und daran anschließend - immer in engem Bezug zu den Besonderheiten der ausgewählten Gruppensprache - ihre Integration in allgemeine einsprachige Wörterbücher der deutschen Gegenwartssprache betrachtet. Dabei geht es u.a. um die Frage, ob und wie das allgemeine einsprachige Wörterbuch auf (soziale) Statusmodifikationen und (lexikalische) Inventarschwankungen - also qualitative wie quantitative Veränderungen - einer historisch gewachsenen Gruppensprache reagiert, sowie darum, ob Wörterbücher dieses Typs den Erwartungen eines jetzigen potentiellen Nutzers genügen, der aus einem aktuellen Informationsbedürfnis zur Schließung sprachlicher und/oder sachlicher Kompetenzlücken zu einem Wörterbuch besagten Typs greift.
 

2 Seemannssprache als Gegenstand lexikographischen Interesses
 

2.1 Anmerkungen zum Status von Seemannssprache

Stedje (1989: 201) zählt die Seemannssprache neben der Bergmannssprache zu den ältesten Berufssprachen im Deutschen. In dieser Einschätzung stimmt sie u.a. mit Schmidt (1976: 93) überein, der die Herausbildung eines "Sonderwortschatzes der Seefahrt" im Spätmittelalter ansiedelt. Friedrich Kluge als einer der prominentesten mit Seemannssprache befaßten Philologen erklärt, daß "die Terminologie der Schiffahrt [...] wie die Schiffahrt selbst in das Dunkel der Vorzeit zurück [reicht]." Er verweist auf eine Primärquelle, den ältesten germanischen Schiffskatalog aus dem 13. Jahrhundert, der "etwa 150 Worte über das Schiff und seine Teile" umfaßt (cf. Kluge 1907: 64f.). Opitz (1998) schließlich vermerkt in seinen aktuellen Untersuchungen zur Herausbildung einer maritimen Fachsprache den Umstand, daß sich im 11. Jahrhundert neben der auf der mittelniederdeutschen Gemeinsprache beruhenden Nomenklatur des Schiffes auch eine sozial bedingte Berufssprache des Seemannes entwickelt hat.

Schon in sehr früher Zeit war also die Seemannssprache nicht homogen, sondern umfaßte neben Nomenklaturen auch eine gruppendeterminierte Sondersprache, was notwendigerweise zu einer Durchdringung beider Systeme führte.

In der weiteren Entwicklung der Seemannssprache zeigen sich zahlreiche Spuren des Zusammenwirkens einer klassischen Gruppensprache mit einem originären, sich jedoch ständig erweiternden und verändernden fachlichen Wortschatz mit den jeweiligen Sprachträgern. Nur als Aufzählung können an dieser Stelle die verschiedenen Gruppen genannt werden, die gegenwärtig periphere oder selektive Nutzer und Träger der Seemannssprache sind bzw. sich ihr im Sinne eines "temporären Soziolektes" (cf. Löffler 1994: 127) oder einer "Freizeit-Fachsprache" ( cf. von Polenz 1999: 500f.) bedienen: die Seeleute als die Berufsgruppe, die auf See und in der Schiffahrt arbeitet, Marinesoldaten, Berufsgruppen wie Bootsbauer, Segelmacher, Elektroniker, Computerfachleute, Meteorologen, Leistungssportler u.ä., die zunehmende Anzahl der Freizeitsegler mit "Familienanhang", alle die Gruppen, die mit Yachtindustrie und ‘Regattazirkus’ verbunden sind, wie Charterfirmen, Bootsverkäufer, Designer, Ausrüster usw. 4 Dabei sollte auch bedacht werden, daß es den Seemann als prototypischen Träger der Seemannssprache möglicherweise nicht einmal in der Anfangsphase ihres Bestehens gegeben hat. Heute ist Seemannssprache eine tradierte Bezeichnung für ein gruppensprachliches Konglomerat und nicht einfach gleichzusetzen mit der Berufssprache der Seefahrt, dem Wortschatz des (Freizeit-)Segelns, dem Jargon von Marinesoldaten oder der Fachsprache der Nautik. Seemannssprache ist - entsprechend der unterschiedlichen Gruppen und Intentionen ihrer Träger und Benutzer - als eine Mehrkomponentensprache ein neuer Typ von Gruppensprache.5

Wie ging und geht nun die Lexikographie mit einer solchen Gruppensprache um?
 

2.2 Zur Lexikographie der Seemannssprache - Ein historischer Exkurs

Die lexikologische Untersuchung und lexikographische Bearbeitung der Seemannssprache beginnt in Deutschland wie in allen Seefahrtnationen recht früh, und so kann auf eine über vier Jahrhunderte andauernde Traditionslinie kontinuierlicher lexikographischer Erfassung des bestehenden und sich verändernden Wortschatzes dieser klassischen Gruppensprache zugegriffen werden.

Eine erste Erfassung der Seemannssprache erfolgt in Wörterbüchern des 16. Jahrhunderts wie dem Straßburger "Onomasticum latinogermanicum" von Theophilus Golius (1579) in sachlicher Anordnung. Angelehnt an diese Vorlage nimmt auch der Rostocker Professor Nathan Chytraeus in seinen 1582 erschienenen "Nomenclator latinosaxonicus" zwei Kapitel mit nautischen Ausdrücken auf, wobei er jedoch nicht nur Golius’ Einträge aus dem Oberdeutschen ins Niederdeutsche übersetzt, wie z.B. ‘schepes timmermann’ aus ‘schiffs zimmermann’ zum Eintrag ‘naupegus’, sondern "ungleich häufiger [...] die Ausdrücke der Straßburger Vorlage durch eigene ersetzt und einen Einblick gewährt in den Wortschatz der Seemannssprache an der Ostsee am Ende des 16. Jhs." (cf. de Smet 1960: 59). So verzeichnet Chytraeus z.B. statt des im Niederdeutschen nicht üblichen ‘Patron’ für ‘Nauclerus’ das verbreitetere ‘De Schipper’ (cf. Chytraeus 1582: 235). In Parenthese ist anzumerken, daß Johann Leonhard Frisch 1741 in seinem bedeutenden semasiologischen "Teutsch-Lateinischen Wörter-Buch" eine ganze Reihe von seemannssprachlichen Ausdrücken lemmatisiert, z.B. abtakeln, Fall, Fock, Jacht, Mast, Reeder oder Reff, und bei den meisten explizit auf seine Quelle, nämlich Chytraeus’ "Nomenclator latinosaxonicus" verweist (cf. Frisch 1977: Anderer Theil, 361; Powitz 1959: 135)6.

Im 17. und 18. Jahrhundert entstehen im Zuge einer sich entfaltenden Sondersprachlexikographie zahlreiche Fach- und Spezialwörterbücher, u.a. die "Erläuterungen zum Verstand der Schiffahrt und des Seekriegs nach alphabetischer Ordnung" (G. F. von der Groeben, 1774) oder 1796 J. H. Roedings "Allgemeines Wörterbuch der Marine in allen europäischen Seesprachen nebst vollständigen Erklärungen", das als das erste umfassende Wörterbuch zur deutschen Seemannssprache gilt.

Diese Wörterbücher spiegeln das besondere Interesse an den klassischen Berufs-, Standes- und Sondersprachen wieder und sind auch als Folge des Wörterbuchprogramms Gottfried Wilhelm Leibniz’ zu sehen, der in den "Unvorgreiflichen Gedanken" für eine umfassende Darstellung des deutschen Wortschatzes neben einem Lexicon (der Gemeinsprache) und einem Glossarium (etymologicum) auch ein Cornu Copiae (der Termini technici)7 fordert.

Die fachlexikographische Erfassung der Seemannssprache setzt sich bis in die Gegenwart fort; und da ihre Resultate unverzichtbare Corpora und legitime Auswertungsbasis für die sich entwickelnde und etablierende Allgemeinlexikographie waren und sind, seien die wichtigsten hier angeführt:

Im ausgehenden 19. Jahrhundert und um die Jahrhundertwende erhöht sich die Zahl der Publikationen zur Seemannssprache insgesamt, was eine Folge des weltweiten Übergang von der Segel- zur Dampfschiffahrt, der veränderten Technologie von Schiffahrt und Schiffbau sowie sich wandelnder Sozialisationsformen auf See ist und möglicherweise das Interesse an einer verstärkten Sammlung und Bewahrung des traditionellen Inventars der Seemannssprache erklärt.9Die Seemannssprache, die es im Grunde genommen zum Zeitpunkt der Jahrhundertwende als homogenes oder als zweikomponentielles Gebilde nicht mehr gibt, erfährt zu diesem Zeitpunkt einen tiefen Einschnitt, der die Ausweitungen und Differenzierungen früherer Zeiten weit übertrifft. So gesehen, kann Opitz (1998: 1212) zugestimmt werden, wenn er die "Seemannssprache", die Friedrich Kluge 1911 vorlegt, als "Forschungsbericht über eine im Grunde abgeschlossene sprachgenerative Phase" bezeichnet.

Kluges umfangreiches Werk steht am Ende eines von der historischen Sprachwissenschaft geprägten Abschnitts der Sondersprachlexikographie und hat "bis heute keine aktualisierende Nachfolge gefunden" (cf. Opitz 1998: 1216), was sicherlich auch mit dem oben beschriebenen gravierenden Einschnitt zu tun hat. So erscheinen in der Folgezeit Wörterverzeichnisse und Wörterbücher, die die zunehmende innere Differenziertheit der Seemannssprache selektiv, jedoch nicht nach sprachwissenschaftlichen Prinzipien erfassen.10

Gegenwärtig existieren für die deutsche Seemannssprache zwei solide Nachschlagewerke der Klasse fachliche Allbücher, die sprachliche und enzyklopädische Angaben enthalten, nämlich Wolfram Claviez’ "Seemännisches Wörterbuch" (Hamburg 1973/1994) und Joachim Schults "Segler-Lexikon" (Bielefeld 1977/ 19981).

Die ausführliche - wenn auch nicht primär linguistisch ausgerichtete - Dokumentation von Entwicklung und Spezifika der Seemannssprache bietet über mehr als drei Jahrhunderte eine solide und unverzichtbare Grundlage für die Kodifikation von sondersprachlicher Lexik in allgemeinen einsprachigen Wörterbüchern, denn ihre lexikographische Beschreibung basiert bekanntermaßen zu großen Teilen auf Informationsdaten enzyklopädischer Nachschlagewerke11.

2.3 Seemannssprache in älteren allgemeinen einsprachigen Wörterbüchern

Sondersprachliche Lexik wie die der Seemannssprache erhält neben ihrer Erfassung in spezieller Literatur mit der Aufnahme in Gesamtwörterbücher - wie bei Frisch zu beobachten - und in allgemeinen einsprachige Wörterbücher als integraler Bestandteil der Gesamtsprache Anerkennung. Dabei ist es in der lexikographischen Praxis Usus, "daß das allgemeine Wörterbuch eine wie auch immer ermittelte Durchschnittsgröße ‘allgemeiner Wortschatz’ bietet [...] und dasjenige Wortgut, das die [...] wie auch immer festgelegten Grenzen des Allgemeinbekannten überschreitet, als ‘besonders’ kennzeichnet" (cf. Kalverkämper 1989: 681). Zusätzlich zu dieser markierten Dichotomie von ‘Allgemeinem’ und ‘Besonderem’ ist vielfach eine weitere Kennzeichnung im keinesfalls homogenen gruppensprachlichen Spektrum zu bemerken.

Im Folgenden soll punktuell und am Beispiel der Seemannssprache die Erfassung und Beschreibung gruppensprachlicher Lexik in ausgewählten einschlägigen allgemeinen einsprachigen Wörterbüchern verschiedener Phasen der neuhochdeutschen Lexikographie beleuchtet werden.12

Gut 30 Jahre, nachdem Johann Leonhard Frisch in sein "Teutsch-Lateinisches Wörter-Buch" auch seemannssprachliche Lexeme integriert hat, erscheint mit Johann Christoph Adelungs "Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuchs Der Hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen" von 1774-1786 bzw. mit der "vermehrten und verbesserten" 2. Ausgabe als "Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen" von 1793-1801 das bedeutendste Wörterbuch dieser Zeit.

Adelung kodifiziert und kennzeichnet auch funktional bestimmte Gebrauchsarten, wie z.B. die Sprache der Handwerker, der Jäger usw.13

In der Vorrede zum "Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuchs..." betont er:

"Besonders habe ich mir angelegen seyn lassen, die Kunstwörter aus allen Lebensarten, Künsten und Wissenschaften zu sammeln, weil viele derselben selbst eingebohrnen Deutschen unverständlich und fremd sind" und "weil sie doch in Hochdeutschen Büchern mehrmals vorkommen, und von keinem Hochdeutschen vermieden werden können, wenn er von diesen oder jenen Dingen reden oder schreiben muß." (Vorrede 1990, I: XIII) So finden sich bei Adelung unter einer Vielzahl markierter sondersprachlicher Lexik auch folgende seemannssprachliche Ausdrücke:
 
(1) Abtakeln ... der Takel oder Schiffseile berauben, in der Sprache der Seefahrer. Ein Schiff abtakeln, das Tauwerk aus dem Schiffe nehmen und verwahren. Daher die Abtakelung. (cf. Adelung 1808: I, Sp. 122)

(2) Ablanden ... mit dem Hilfsworte seyn, in der Seefahrt, vom Lande abfahren, im Gegensatze des Anlandens. Daher die Ablandung. (cf. Adelung 1808: I, Sp. 26)

(3) Die Schote ... in der Schifffahrt, eine Art Seile an den Ecken der Segel, vermittelst welcher man sie so stellet, daß sie den Wind fassen. Die Schoten bekommen den Nahmen von dem Segel, woran sie sich befinden; die Marsschote, Bramschote, Steuerschote u.s.f. Die Schoten und Halsen sind bloß darin unterschieden, daß sich jene am Hintertheile, diese aber am Vordertheile befinden. (cf. Adelung 1808: III, Sp. 1637)


Außerdem verzeichnet er sondersprachliche Synonyme und verweist auf sie, wie z. B. bei ‘Beydrehen’ (I, Sp. 981) auf ‘Beylegen’.
 

(4) Beylegen ... II. ... 2. In der Seefahrt bedeutet beylegen, das Schiff gegen des Wind drehen, so daß es langsamer gehe, welches auch beystechen und beydrehen genannt wird. Das Schiff wurde, weil es nicht beylegen wollte, in den Grund gebohrt. (cf. Adelung 1808: I, Sp. 985/986)
Auch bei polysemem Lexemen wie in Beispiel (4) und Homonymen kennzeichnet er die sondersprachliche Zugehörigkeit:
 
(5) 1. Die Halse ... bey den Jägern...
(5) 2. Die Halse ... an den Schiffen, starke Seile, welche sich unten an den Spitzen des großen und des Besansegels befinden, und zur Befestigung des Segels an den Halsklampen dienen. (cf. Adelung 1808: I, Sp. 924)
Die Beispiele (1) bis (5) zeigen die unterschiedlichen Verfahren, die Adelung anwendet, um seemannssprachliche Lexik zu kennzeichnen. Das kann - wie in (1) in der Zuweisung zu einer bestimmten Personengruppe als Sprachträger und -nutzer geschehen: "in der Sprache der Seefahrer". Außerdem kann eine Markierung mit dem Fachgebiet bzw. den besonderen "Lebensarten" erfolgen, vgl. Beispiele (2) und (4): "in der Seefahrt" oder "in der Schifffahrt". Beide Zuweisungen können als synonym angesehen werden, wobei es Adelung augenscheinlich vorzieht, bei Verben "in der Seefahrt" und bei Substantiven "in der Schifffahrt" zu verwenden.14 Bei polysemen Wörtern führt Adelung neben der allgemeinen Bedeutung die gruppensprachliche an, wie in Beispiel (4), und auch bei Homonymen ordnet er präzise zu, vgl. Beispiel (5).

Als ein auf die Seemannssprache bezogenes Spezifikum ist anzumerken, daß in der für diesen Beitrag ebenfalls verwendeten vierbändigen, 1808 in Wien erschienenen Ausgabe15 des "Grammatisch-kritischen Wörterbuchs..." der Herausgeber folgendes anmerkt:

"Wir haben dieser Vorrede des Hofrathes Adelung nur noch hinzuzufügen, daß wir, um seinem vorzüglichen Wörterbuche noch mehr Vollkommenheit zu geben, am Ende eines jeden Bandes D.W. Soltau’s Beyträge und Berichtigungen anhängen werden. Man wird hier wesentliche Berichtigungen antreffen, und über dieß noch hundert oder mehr Wörter, welche sich in Adelungs Werke nicht befinden. Die meisten derselben beziehen sich auf das Seewesen, und ihre Erklärung kann man nicht entbehren, wenn man auch nur Berichte von Seetreffen, Reisebeschreibungen, u. dgl. gehörig verstehen soll."
(Vorrede 1808: VIII)
So finden sich für den ersten Band (A-E) insgesamt 215 Ergänzungen und Berichtigungen, von denen sich 87 auf die Seemannssprache beziehen und zusätzlich zu den bei Adelung verwendeten Kennzeichnungen markiert werden durch das Zeichen ? als "Diejenigen Wörter in Soltau’s Anhange, die in Adelungs Werke sich nicht befinden", also zu einer echten Erweiterung des Lemmabestandes führen und das Zeichen * für diejenigen Wörter, die "theils unrichtig, theils nicht gebräuchlich" sind (cf. Vorrede 1808: VIII).

Bespiele für derartige Zusätze und Berichtigungen sind u.a. mit der Markierung ? ‘Die Bootsmannspfeife’, ‘Die Breitfocke’, ‘Der Cutter’, ‘Back’, ‘Die Eule’ oder
 

(6) ? Anluffen (in der Schiffersprache), das Bug des Schiffes näher an den Wind bringen; an den Wind steuern. (Adelung 1808: I, Sp.1993)
Mit dem Asteriskus werden z.B. ausgewiesen: Die Blindstenge, Der Bortanker, Der Buglieger oder

(7) * Anhaken. Sich anhaken ist kein Seemannsausdruck für entern.(cf. Adelung 1808: I, Sp. 1993)
Auf den Asteriskus, der unrichtige oder ungebräuchliche Wörter markiert, wird vielfach verzichtet, und die Richtigstellungen werden im Wörterbuchartikel bzw. der Bedeutungserklärung selbst vorgenommen.

(8) Das Besteck (bey den Schiffern), die Bezeichnung des Ortes, wo man sich nach seiner Rechnung befindet, auf der Seekarte. Diese Bezeichnung wird nicht (wie Herr Adelung glaubt) mit Stichen gemacht, sondern mit Bleystift, denn die Nadelstiche würden eine Karte sehr bald unbrauchbar machen. Der Ausdruck, ein Besteck machen, kömmt demnach nicht von Stechen, sondern von dem Bestecken mit einem Zirkel. ... (cf. Adelung 1808: I, Sp. 1999)

(9) Beydrehen (bey der Seefahrt) ist nicht einerley mit beyliegen, oder beylegen. Es heißt auch nicht, das Schiff gegen den Wind drehen, sondern nur auf den Wind brassen; d.i. die Segel so stellen, daß einige den Wind von hinten empfangen. (cf. Adelung 1808: I, Sp. 1999)

(10) Der Ballast, Herr Adelung sagt, der Ballast bestehe gemeiniglich aus Sand. Dieß ist irrig;... (cf. Adelung 1808: I, Sp. 1995)

(11) Der Breitwind, ein von Herrn Adelung angenommenes, dem Seemann ganz fremdes Wort. ... (cf. Adelung 1808: I, Sp. 2003)

Außerdem vermerkt Soltau auch Jargonausdrücke, die er - wenn auch nicht durchgängig - mit "Anm." kennzeichnet:
(12) Die Eule (Anm.) Eine Eule fangen heißt bey den Seeleuten, wenn ein Schiff, indem es bey dem Winde segelt, entweder durch die Unvorsichtigkeit des Steuernden, oder durch plötzliches Umspringen des Windes, den Wind von vorne bekommt. (cf. Adelung 1808: I, Sp. 2008)


Die erstaunlich hohe Anzahl zusätzlicher oder korrigierter Lemmata zur Seemannssprache mit zum Teil explizitem Verweis auf Frisch (1741) gegenüber anderen Gruppensprachen - auch bei jägersprachlichen Wörtern wird vereinzelt korrigiert - ist bemerkenswert und meines Wissens bisher noch nicht diskutiert worden. Bezüglich der Kennzeichnung seemannssprachlicher Lexik in "Soltau’s Beyträgen" ist eine Übereinstimmung zur Praxis im Wörterbuch festzustellen, wenn auch - insbesondere bei den Korrekturen - häufig auf Fachgebietszuweisungen oder Gruppenreferenz verzichtet wird und allein aus der Bedeutungsexplikation die Zugehörigkeit zur Seemannssprache erschlossen werden kann, was in diesen Fällen - vgl. etwa die Beispiele (7) und (11) - durchaus ausreichend ist.

Adelungs Zeitgenosse, Joachim Heinrich Campe, hat in seinem fünfbändigen "Wörterbuch der deutschen Sprache" (1807-1811) - dem Konkurrenzwerk zum "Grammatisch-kritischen Wörterbuch..." ähnliche Kennzeichnungsverfahren wie die bereits beschriebenen verwendet: Campe weist das von ihm kodifizierte seemannssprachliche Wortgut bestimmten Fachgebieten ("im Schiffbaue", "in der Schiffbaukunst", in der Schifffahrt") oder Personengruppen ("bei den Schiffern") zu.

In der Kennzeichnungstradition dieser beiden stehend, führt Daniel Sanders in seinem dreibändigen "Wörterbuch der Deutschen Sprache" (1860-1865) als explizite Kennzeichnung sondersprachlicher Herkunft Abkürzungen ein (cf. VIII: "Schiff., auf den Schiffbau od. Auf die Schiffahrt bezüglich") und verweist fast durchgängig auf fach- oder speziallexikographische Quellen16:
 

(13) Schot~e, ... 1) Schiff.: s. Hals 8, auch in Betreff der Zsstzg., z.B. Fock=Sch. [...] s. Bobrik 609. ... (cf. Sanders 1969: 1003)


Durch differenzierte Zuweisungen - wie "in der Sprache der Seefahrer", "bei den Seeleuten", "bei den Schiffern", "in der Schiff(f)ahrt", "in der Schiffbaukunst", "Schiffbauerei" oder "im Seewesen" - erfassen und markieren die Lexikographen des 18. und 19. Jahrhunderts die in der Seemannssprache erfolgte Aufgliederung in unterschiedliche Komponenten wie z.B. Fachsprache, Berufssprache, Standessprache oder auch Jargon. Dabei setzten in der im 19. Jahrhundert überwiegend von der historischen Wortschatzbearbeitung geprägten Lexikographie vor allem Sanders und Christian Friedrich Ludwig Wurm mit seinem "Wörterbuch der deutschen Sprache von der Druckerfindung bis zum heutigen Tage" (1858-1859) sowie das "Vollständige Wörterbuch der deutschen Sprache" (1852-1861) von Wilhelm Hoffmann die Tradition der allgemeinen einsprachigen, nicht dem historischen Prinzip verpflichteten Lexikographie fort.17 Es kann also durchaus von einer kontinuierlichen lexikographischen Erfassung und Kennzeichnung seemannssprachlicher Lexik ausgegangen werden, wobei eine gründliche Durchsicht der allgemeinen einsprachigen Wörterbücher des 18., 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts noch aussteht. Diese Traditionslinie bietet zum einen die Möglichkeit, Aufnahme, Bearbeitung und Markierung gruppensprachlicher Lexik nachzuvollziehen und zum anderen auch Vermutungen - wie die von Ludwig (1991: 190) formulierte - zu überprüfen:

"Es hat den Anschein, daß die Vorgänger unserer Gegenwartswörterbücher viel mehr Wörter als fach- und gruppenspezifisch gekennzeichnet haben. Wenn diese Lexik in den Wörterbüchern der Gegenwartssprache seltener entsprechend markiert ist als in den historischen, so ist die Ursache hierfür möglicherweise darin zu suchen, daß heute vor allem fachspezifischer, aber auch gruppenbezogener Wortschatz weit mehr in die Allgemeinsprache eingedrungen ist." Da in Deutschland über eine lange Zeit - etwa von der Jahrhundertwende bis zum Ende des 2. Weltkrieges - wegen der "überaus einseitigen Ausrichtung der Deutschen Philologie auf alles Sprachhistorische" und "der über hundertjährigen Bearbeitungszeit des Grimmschen Wörterbuchs" kein gegenwartsbezogenes allgemeines Wörterbuch zur Verfügung stand und in diesem "einer Kulturnation unwürdigen Mißstand" (cf. Wiegand 1990: 2105) auf stark veraltete Wörterbücher zurückgegriffen werden mußte, sollen hier im folgenden einige der maßgeblichen einbändigen Wörterbücher der deutschen Gegenwartssprache seit dem Erscheinen des "Wörterbuchs der deutschen Gegenwartssprache" (1961) betrachtet werden:18 Das "Handwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache" (HWDG 1984), das eigentlich ein Einbänder ist, nur aufgrund technischer Probleme in der DDR nicht so erscheinen konnte (cf. Wiegand 1990: 2146), das DUDEN. Deutsches Universalwörterbuch A-Z" in der CD-ROM-Version der 3., neu bearbeiteten Auflage (DUWel 1996) und Gerhard Wahrig: "Deutsches Wörterbuch", ebenfalls in der elektronischen Version (DWel 1997).19
 

2.4 Seemannssprache in gegenwartsbezogenen allgemeinen einsprachigen Wörterbüchern

Die allgemeinen einsprachigen Wörterbücher der deutschen Gegenwartssprache stehen vor allem in zweierlei Hinsicht in der Tradition ihrer Vorgänger: Sie verweisen wie diese in den Wörterbuchumtexten auf die Aufnahme gruppensprachlicher Lexik und kennzeichnen die einzelnen Lexeme im Wörterverzeichnis. Die Form der expliziten Verweise auf sondersprachliche Lexik hat sich über die Jahrhunderte wie die Markierungspraxis im Wörterbuchartikel verändert - und doch sind bestimmte Darstellungsformen und -arten des lexikographischen Umgangs mit dieser Lexik tradiert: Während in älteren allgemeinen einsprachigen Wörterbüchern die "Vorrede" bzw. das "Vorwort" (oder auch in Einzelfällen das Titelblatt) der Platz für die Erwähnung der Aufnahme fach- und sondersprachlichen Wortgutes ist, finden sich in gegenwartssprachlichen Wörterbüchern - natürlich auch, weil sie Umtexte in höherer Zahl enthalten - an verschiedenen Stellen Hinweise darauf. Stets jedoch trifft der Benutzer dabei auf die dichotome Plazierung von "Allgemeinsprache/-wortschatz" und "Sondersprache/-wortschatz". Im einzelnen verfahren die ausgewählten Wörterbücher folgendermaßen:

2.4.1 "Handwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache" (1984)

HWDG - Umtexte
 

  • Im Abschnitt "Zur Stichwortauswahl" (1984: IIX) heißt es:
  • "Das Handwörterbuch erfaßt vorrangig den Teil der Lexik, den man zum Zentrum der Allgemeinsprache rechnen darf, der der nichtfachgebundenen Kommunikation dient, weitgehend unspezifisch ist [...] Im Gegensatz dazu und außerhalb des Zentrums, an der Peripherie, stehen die Fachwortschätze [...] In dem Maße, wie im Alltag Fachgebiete jeweils in das Zentrum des allgemeinen Interesses rücken, wechseln Fachtermini in die Randzone der Allgemeinsprache. So haben Fachgebiete wie Wirtschaft, Sport, Technik u.a. die Allgemeinsprache wesentlich bereichert.

    Der Anteil der Fachwortschätze an der Lexik der Allgemeinsprache ist recht unterschiedlich. Dem trägt das Handwörterbuch Rechnung, indem es bei der Stichwortauswahl besonders die Fachgebiete berücksichtigte, die in unserem Alltag eine besondere Rolle spielen."

  • In den Bemerkungen "Zu den stilistischen Kennzeichnungen und Anwendungsbedingungen" (1984: XXII ff.) werden "Die Fachgebietszuweisungen" wie folgt begründet:
  • "Ausschließlich auf fachsprachliche Verwendung beschränkte Lexik ist nicht aufgenommen worden [...], wohl aber sind lexikalische Einheiten mit einer zwar fachsprachlichen, jedoch auch außerhalb des Fachgebietes bekannten und verstandenen Bedeutung berücksichtigt. Lexeme dieser Art werden durch die Angabe des Fachgebiets bzw. bei Verwendung in mehreren Fachgebieten durch fachsprachlich (Kennzeichnung: fachspr.) gekennzeichnet..."
  • Das "Abkürzungsverzeichnis" führt "Seemannsspr." für "Seemannssprache" auf. (cf. 1984: XXX)20.
  • Außerdem werden im HWDG vor den eigentlichen Benutzerhinweisen die "Informanten für die Darstellung des Fachwortschatzes" aufgeführt - und damit die Fachgebiete benannt, "die in unserem Alltag eine besondere Rolle spielen". Neben den Experten für Bergbau, Jägersprache u.a. wird auch ein Fachmann für Seemannssprache/Verkehrswesen benannt (cf. 1984: unpag.).

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    HWDG - Wörterverzeichnis

    Für die Kennzeichnung seemannssprachlicher Lexik wird neben den in den Benutzerhinweisen angekündigten Markern ‘fachspr.’ und ‘Seemannsspr.’ auch noch ‘Schiffbau’ und ‘Binnenschiff.’ verwendet:

    ablandig /Adj./ fachspr. vom Land zum Meer gerichtet: ablandiger Wind; ablandige Strömung; (S. 10)

    Schott, das;-(e) Seemannsspr. Der Sicherheit, Festigkeit und Unterteilung des Schiffskörpers dienendes Bauelement: die Schotte schließen, öffnen (S.1018)

    Spant, der;-(e)s, -s; das;- (e)s, -en Flugw.Schiffbau rippenartiges, eingebautes Bauteil, das zu Versteifung und Verstärkung der (Außenwände) von Flugzeugen, Schiffen dient (S.1071)

    Berg|-fahrt, die Binnenschiff. Fahrt stromaufwärts (S.161)

    Bei einer großen Anzahl von Wörtern erfolgt jedoch keine Markierung, sondern die Zuordnung zum Fachbereich geschieht durch die Bedeutungserklärung selbst. Die Entscheidung für oder gegen eine Markierung erscheint willkürlich und nicht zuverlässig. Beispiele für dieses Vorgehen sind u.a. bei folgenden Einträgen zu finden: Kombüse, die; -, -n Seemannsspr. Küche auf einem Schiff (S.663)
    aber:
    Kajüte, die; -, -n Wohn- und Schlafraum auf Segelbooten, Schiffen (S. 620)
    Markierungen mit Seemannsspr. erfolgen auch bei ‘Nebelhorn’ und ‘Kutter’, aber nicht bei ‘Bullauge’ oder ‘Kogge’. Ebenso werden ‘Knoten’ oder ‘Seemeile’, die zur Terminologie des Seewesens gehören, nur über die Bedeutungsbeschreibung zugeordnet, während ‘Lot’ explizit gekennzeichnet ist.

    In gleicher Weise verfährt das HWDG bei polysemen Lexemem mit Sememen, die seemannssprachliche Ausdrücke sind. ‘Schote’, ‘Ende’, ‘Messe’ und ‘festmachen’ sind mit Seemannsspr. markiert, ‘Tonne’, ‘Bake’ und ‘abflauen’ dagegen nicht. Exemplarisch für die Handhabung von antonymischen Verben sind die Beispiele

    setzen ... 4.5. Seemannsspr. die Positionslampen s. (aufstellen und anzünden); (die) Segel s. (aufziehen); (S. 1048)

    streichen ... 5. (hat) die Segel, Flagge s. (einziehen, einholen) (S. 1118)

    ablegen ... . 5. Seemannsspr. das Schiff legt ab (fährt ab, nachdem die Taue gelöst sind); (S.11)

    anlegen ... 5. das Schiff legt am Kai, an der Landungsbrücke an (fährt an den Kai, die Landungsbrücke heran und macht dort fest) (S. 54)

    Homonyme Lexeme werden ausgewiesen, aber nicht mit ‘Seemannsspr.’ gekennzeichnet: 1Bord, der; -(e)s, -e /vorw. Sg./ 1.1. oberster äußerster Rand eines Schiffes, der das Deck begrenzt 1.2. /o. Pl./ an B. eines Schiffes, Flugzeuges gehen (ein Schiff, Flugzeug betreten); über B. gehen (vom Schiffsdeck ins Wasser fallen, gespült werden); von B. gehen (das Schiff, Flugzeug verlassen) (S. 198) Einige der Seemannssprache zugeordnete Lexeme werden im HWDG zusätzlich markiert, z.B. mit ‘umg’., ‘veraltet’ oder ‘scherzh.21’: Steuer| -mann, der /Pl. -männer, -leute/ 1. /Pl. -leute/ Seemannssprache umg. Erster (nautischer) Offizier und ständiger Vertreter des Kapitäns od. Schiffsführers (S.1105)22

    Schauermann, der /Pl. -leute/ Seemannsspr. DDR veraltend Hafenarbeiter, der Schiffe be-, entlädt (S. 987)

    Smutje, der ; -s, -s Seemannsspr. scherzh. Schiffskoch (S.1060)

    ‘Seelenverkäufer’, seit jeher eine abwertende Bezeichnung, erhält jedoch keine Markierung, sondern erscheint lediglich als Seelenverkäufer, der Seemannsspr. von verantwortungslosen Reedern noch eingesetztes altes, zum Abwracken reifes Schiff (S. 1038) Zur Aufnahme und Markierung seemannssprachlicher Lexik im HWDG ist folgendes festzustellen: Im Vergleich mit dem fast 200 Jahre älteren "Grammatisch-kritischen Wörterbuch..." ist festzustellen, daß sich von den in diesem Beitrag angeführten Beispielen (1) - (12) lediglich zwei als ‘Seemannsspr.’ gekennzeichnete Lexeme - nämlich ‘beidrehen’ und ‘Schote’ - im HWDG wiederfinden, ein weiteres - ‘Ballast’ (wie schon bei Adelung mit einer falschen Erklärung) aufgenommen wurde und keine Markierung aufweist. Zwei weitere Wörter - ‘beilegen’ und ‘Hals(e)’ - sind ebenfalls im HWDG zu finden, es gibt in der Beschreibung der polysemen Struktur jedoch keinen Hinweis auf die Seemannssprache.
     

    2.4.2 "Duden. Deutsches Universalwörterbuch A-Z" (19963, CD-ROM)

    DUWel - Umtexte23

    Im "Vorwort" heißt es:

    "Das Deutsche Universalwörterbuch ist ein modernes und handliches Gebrauchswörterbuch, das den Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache erfasst und in allgemein verständlicher Form darstellt. Es ist in erster Linie ein Bedeutungswörterbuch mit ausführlichen Bedeutungsangaben und zahlreichen Anwendungsbeispielen, enthält aber auch eine Fülle von Angaben [...] zu den [...] Fach- und Sondersprachen." Die "Wortauswahl" wird in den Bemerkungen zu "Anlage und Artikelaufbau" folgendermaßen begründet: "Das Universalwörterbuch enthält rund 120 000 Stichwörter. Es verzeichnet also nicht nur den zentralen Wortschatz der deutschen Sprache mit seinen etwa 70 000 Wörtern, sondern dringt weit in die Randbezirke des Wortschatzes vor und erfasst auch [...] fach- und sondersprachliche Wörter, sofern sie für die Allgemeinheit von Bedeutung sind. Gerade diese Wörter sind es meist, die die Verständigung stören oder das Verständnis eines Textes blockieren, sodass bei ihnen das Nachschlagebedürfnis besonders groß ist." Die Zuordnung zu "Bereichen und Fach- und Sondersprachen" wird wenig später erläutert: "Das Wörterbuch grenzt das Allgemeinsprachliche vom Fach- und Sondersprachlichen ab und kennzeichnet genau die Bereiche, in denen die Wörter verwendet werden. Wörter, aus deren Bedeutungsangaben die Zugehörigkeit zu einem Fachgebiet deutlich hervorgeht, werden im Allgemeinen nicht besonders gekennzeichnet.[...] Die Angabe Jargon bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der betreffende Ausdruck dem Jargon und nicht der Berufs- oder Fachsprache angehört ..." Zu den ausgewählten Bereichen und Fach- und Sondersprachen gehören auch Schiffbau, Schifffahrt, Seemannssprache und Seewesen. Im Abkürzungsverzeichnis finden sich die als Zugehörigkeitsmarkierungen verstandenen ‘seem’. (für ‘seemännisch’), ‘Seemannsspr.’ (für ‘Seemannssprache’) und ‘Seew.’ (für Seewesen’).

    Unterschiede und Gemeinsamkeiten von HWDG und DUWel der Aufnahme- und Markierungspraxis seemannssprachlicher Lexik zeigen sich in einer Gegenüberstellung der Beispiele.

    DUWel - Wörterverzeichnis

    Die außerhalb des Wörterverzeichnisses festgelegten Zuordnungen zu fach- und sondersprachlichen Bereichen sind - entweder als Abkürzung oder als Angabe des Gebietes - im Wörterbuchartikel an standardisierter Position in runden Klammern zu finden:

    ab|lan|dig <Adj.> (Seemannsspr.): (vom Land weg) seewärts gerichtet: -er Wind; die Strömung ist a.

    _Schott, das; -[e]s, -en, selten: -e [mniederd. schot = Riegel, Schiebetür, eigtl. = Eingeschossenes]: (Seemannsspr.) in Längs- u. Querrichtung verlaufende wasserdichte u. feuersichere Stahlwand im Rumpf eines Schiffes: die Schotten öffnen, schließen; -en dicht! (seem. Kommando); Ü die -en dichtmachen (nordd.; alle Türen u. Fenster schließen ).

    Spant, das, Flugw. auch: der; -[e]s, -en <meist Pl.> [aus dem Niederd., wohl zu mniederd. span = Spant, zu spannen] (Schiffbau, Flugw.): wie eine Rippe geformtes Bauteil zum Verstärken der Außenwand des Rumpfes bei Schiff od. Flugzeug;

    Berg|fahrt, die: 1. (Schifffahrt) Fahrt stromaufwärts. 2. ...

    _Lot, das; -[e]s, -e [mhd. lot; viell. kelt. Ursprungs; 4: urspr. ein Gewicht aus Blei (etwa 16 g)]: 1. [...] 2. (Seew.) [mit Längenangaben markierte] Leine mit einem Bleigewicht zum Messen der Wassertiefe; Lotleine: das L. [aus]werfen, hinunterlassen; die Tiefe mit dem L. messen.

    Ab|ste|cher, der; -s, - [aus dem Niederd., eigtl. = kurze Fahrt mit dem (Bei)boot, zu veraltet seem. abstechen = staken (1 a)]: das Aufsuchen eines abseits von der Reiseroute liegenden Ziels: einen kurzen A. nach Berlin machen, unternehmen.

    Zusätzlich zu diesen Kennzeichnungen erfolgt eine präzisierende Zuordnung durch ‘Segeln’ oder ‘bes. Segeln’: Ein|hand|seg|ler, der [zu seem. Hand = Matrose < engl. hand, eigtl. = Hand] (Segeln): 1. jmd., der ein Segelboot allein über eine Rennstrecke od. über größere Meeresstrecken führt. 2. Segelboot, das zur Bedienung durch nur einen Mann eingerichtet ist.

    Wen|de|mar|ke, die (Sport, bes. Segeln): Markierung, durch die die zum Wenden vorgesehene Stelle gekennzeichnet wird;

    Im DUWel werden die Kennzeichnungen konsequenter als im HWDG eingesetzt; so weisen sowohl ‘Kombüse’ als auch ‘Kajüte und ‘Koje’ die Kennzeichnung ‘Seemannsspr.’ auf. Auch im DUWel werden die Bedeutungserläuterungen für die Zuordnung benutzt: _Bord, der; -[e]s, -e <Pl. selten> [mhd., ahd. bort]: oberer Rand eines Schiffes [an den sich das Deck anschließt]; Schiffsdeck: meist in bestimmten Wendungen *an B. ([in Bezug auf Schiff, Raumschiff, Flugzeug] im Inneren/ins Innere):an B. eines Tankers gehen; Fracht, Passagiere an B. nehmen; alle Mann an B.! (seemännisches Kommando); über B.: über B. gehen (vom Schiff ins Wasser fallen, ins Wasser gespült werden); Mann über B.! (seemännischer Notruf); ...

    set|zen <sw. V.> [mhd. setzen, ahd. sezzen, eigtl. = sitzen machen]: 1. [...] 3. [...] d) an einem Mast aufstecken, aufziehen: vor der Ausfahrt die Segel s.;

    Bei den Wörtern ‘Bullauge’, Kogge’, ‘Kutter’, ‘Knoten’ und ‘Seemeile’ reicht die Bedeutungsbeschreibung für die eindeutige Zuordnung aus, bei ‘Nebelhorn’ wird - im Unterschied zum HWDG - markiert: Ne|bel|horn, das <Pl. ...hörner> (Seew.): bei Nebel verwendetes akustisches Signalgerät mit weit hörbarem, tiefem Ton; Die Kennzeichnungspraxis bei antonymischen Verben ist im DUWel nicht vorbildlich: ab|le|gen <sw. V.; hat> [3: urspr. = (das Geld für) eine geschuldete Summe hinlegen (= bezahlen)]: 1. [...] 5. (Seemannsspr.) vom Kai o. Ä. wegfahren: das Schiff hatte in der Nacht abgelegt;...

    an|le|gen <sw. V.; hat>: 1. [...] 9. landen, festmachen: das Schiff legt pünktlich am Kai an.
     

     
    Polyseme Lexeme erhalten im DUWel häufiger als im HWDG eine Kennzeichnung sondersprachlicher Sememe, also z.B. auch in: En|de, das; -s, -n [mhd. ende, ahd. enti = äußerster räumlicher od. zeitlicher Punkt]: 1. [...]. 4. (Seemannsspr.) Tau: ein E. auswerfen, kappen;

    fest|ma|chen <sw. V.; hat>: 1. [...] 3. (Seemannsspr.) (ein Schiff) an einer Anlegestelle fest vertäuen: das Schiff hatte am Kai festgemacht (angelegt).

    Die sorgfältigere Bearbeitung von Homonymen als im HWDG zeigt sich z.B. bei den Einträgen zu ‘Hals’ und ‘Halse’ und ‘halsen’ _Hals, der; -es, -en [a: _Hals (3) als Bez. für den sich verjüngenden Teil eines Gegenstandes] (Seemannsspr.): a) untere, vordere Ecke eines Segels; b) Tau, mit dem die untere Ecke eines Segels nach vorn gezogen wird;

    Hal|se, die; -, -n [zu _Hals in der urspr. Bed. ,,Dreher"] (Seemannsspr.): das _Halsen: eine H. machen;

    _hal|sen <sw. V.; hat> (Seemannsspr.): den Kurs eines Segelschiffes ändern, indem man es mit dem Heck durch die Richtung dreht, aus der der Wind weht;
     

     
    Auf zusätzliche Markierungen im HWDG wurde bereits hingewiesen; auch das DUWel verwendet ‘umg.’, ‘veraltet’, ‘abwertend’, ‘scherzhaft’, ‘früher’, wie folgende Beispiele zeigen: strei|chen <st. V.> [mhd. strêchen, ahd. strêhhan, verw. mit Strahl]: 1. [...] 7. (Seemannsspr. veraltet) herunterlassen, einziehen, einholen <hat>: die Segel, die Stenge s.

    Steu|er|mann, der <Pl. ...leute, seltener: ...männer>: 1. (Seew. früher) Seeoffizier (höchster Offizier nach dem Kapitän), der für die Navigation verantwortlich ist. 2. (Seew.) Bootsmann...

    Smut|je, der; -s, -s [niederd. smutje, eigtl. = Schmutzfink, urspr. abwertende Bez.] (Seemannsspr.): Schiffskoch.

    See|len|ver|käu|fer, der (abwertend): 1. (Seemannsspr. abwertend) schlecht gebautes od. zum Abwracken reifes Schiff, das eigentlich nicht seetüchtig ist, aber trotzdem auf See eingesetzt wird. ...
     

     
    Im Wörterbucheintrag zu ‘Seelenverkäufer’ wird die Bewertung jeweils für das Wort überhaupt und auch speziell für seine Verwendung in der Seemannssprache vorbildlich gekennzeichnet, bei ‘Smutje’ ist Ähnliches festzustellen.

    Gegenüber dem HWDG und im Vergleich mit dem "Grammatisch-kritischen Wörterbuch..." wird der Kennzeichnungsapparat im DUWel konsequenter und fein gegliederter eingesetzt: Den zwölf für das "Grammatisch-kritische Wörterbuch..." als Beispiel für sondersprachlich gekennzeichnete Lemmata stehen im DUWel sieben markierte (HWDG: zwei) und eines durch den Kommentar auf die Seemannssprache referierendes (HWDG: ein) gegenüber.

    2.4.3 Wahrig "Deutsches Wörterbuch". (19976, BEEBOOK, CD-ROM)

    Neben dem HWDG und dem DUWel ist das "Deutsche Wörterbuch" von Gerhard Wahrig zu den maßgeblichen allgemeinen einsprachigen - und einbändigen - Wörterbüchern der deutschen Gegenwartssprache zu zählen. Die 6. Auflage erschien 1997 in einer Printversion und als CD-ROM der Bertelsmann Electronic Edition (dem sog. BEEBOOK),24 hier DWel.

    DWel - Umtexte

    Die nicht nutzerfreundlich präsentierten Umtexte dieses elektronischen Wörterbuches enthalten nur wenige Informationen zur Aufnahme und Kennzeichnung sonder- und fachsprachlicher Lexik. So heißt es z.B.

    "Das DEUTSCHE WÖRTERBUCH ist ein Werk, in dem die deutsche Sprache auf ihrem gegenwärtigen Stand erfaßt und beschrieben wird. Das heißt, daß sowohl der Wortschatz des Hochdeutschen als auch die umgangssprachlichen Begriffe verzeichnet sind.[...] Da der Umfang dieses einbändigen Werkes begrenzt ist, muß eine gewisse Auswahl aus dem Wortschatz des Deutschen getroffen werden. Es wird jedoch keine Auswahl zwischen "guten" und "schlechten" Wörtern getroffen, ausschlaggebend für die Aufnahme der Wörter in das Wörterbuch ist ihre Verwendungshäufigkeit bzw. Gebräuchlichkeit. So wurde auf die Aufnahme von Wörtern mit nur lokaler Verbreitung sowie von seltenen Fach- und Fremdwörtern verzichtet. […]

    Wörter und Redewendungen, zu denen keine besonderen Hinweise gegeben sind, können grundsätzlich als hochsprachlich betrachtet werden. Sie sind damit für das gesamte deutsche Sprachgebiet relevant. Speziell gekennzeichnet sind dagegen:

    3. Sondersprachen oder Jargon: Hiermit wird die Redeweise bestimmter gesellschaftlicher Gruppen oder Berufsstände bezeichnet; z. B. <Schülerspr.>, <Kaufmannsspr.>, <Seemannsspr.> usw.

    4. Fachsprachen: Sie verweisen auf ein bestimmtes Fachgebiet, in dem Wörter oder Redewendungen gebraucht werden; z. B.: <Math.>; <Rechtsw.>; <Soziol.> usw."

    Außerdem wird bei der Explikation des Artikelaufbaus vermerkt: 3.1. die Definition: die Bedeutung eines Wortes in einem nicht durch weitere sprachliche Elemente bestimmten Kontext. Hier treten hauptsächlich dann Bedeutungsunterschiede auf, wenn außersprachliche Bezüge vorliegen. Das Wort "Auge" z. B. hat sehr viele verschiedene Bedeutungen, je nachdem, ob es sich um das Sehorgan handelt oder um die Verwendung des Wortes in der Botanik, Architektur, Müllerei, Weberei usw. Die am häufigsten verwendete, allgemeinste Bedeutung wird hier an den Anfang gestellt, die weniger häufig gebrauchten, spezielleren Bedeutungen angefügt. Eine Aufstellung der aufgenommenen Sondersprachen, Fachsprachen und Jargons findet sich in der elektronischen Version ebensowenig wie ein Abkürzungsverzeichnis.

    Wie unterschiedlich der lexikographische Umgang mit sondersprachlicher Lexik in allgemeinen einsprachigen Wörterbüchern ist, zeigen einige Beispiele aus dem Wörterverzeichnis.

    DWel - Wörterverzeichnis

    Zur Kennzeichnung seemannssprachlicher Lexik wird im DWel in der Mehrzahl der Fälle ‘Mar.’ für ‘Marine’ benutzt, daneben die Markierungen ‘Seemannsspr,’, seemänn.’, ‘(im) Schiff’, ‘(beim) Segeln’:

    ab|lan_dig <Adj.; Mar> vom Lande her wehend (Wind); Ggs. Auflandig

    ‘stau_en <V,; hat> 1 <V.i> Ladung stauen <Seemannsspr.> auf dem Schiff seefest unterbringen

    wahr|schau_en <V.i.; hat; seemänn.> jmdn. warnen

    ver’mur_ren2 <V.t.; hat> vor zwei Anker legen (Schiff)

    ‘Wen_de2 <f. 19> <Schwimmen, Segeln> Drehung um 180o

    Ein Vergleich der Kennzeichnungspraktik bei fünfzehn in diesem Artikel bereits genannten seemannssprachlichen Ausdrücke, die ebenfalls im HWDG und im DUWel verzeichnet sind, ergibt, daß im DWel lediglich eines dieser Wörter markiert ist, und zwar mit ‘ablandig’ mit ‘Mar.’ Ebenfalls nur ein markiertes Lexem (‘Besteck’ durch ‘Mar.’) findet sich in der Gegenüberstellung zum Adelungschen Wörterbuch. Die Zuordnung zu Fachgebieten und Sonderbereichen wird größtenteils mit Hilfe der Bedeutungserläuterung, Kommentar oder Verwendungsbeispiele vorgenommen: Schott <n. 27>, ‘Schot_te1 <f. 19> Trennwand in einem Schiff, die zwei Räume wasserdicht voneinander abschließt Auffällig bei DWel sind ausgesprochen fehlerhafte Bedeutungsangaben, wie bei ‘Ta_kel <n. 13; Mar.> Winde (zum Straffen von Tauen> Sy Talje

    ‘Hal_se <f. 19> ein Wendemanöver beim Segeln

    ‘hal_sen <V.i.; hat; Mar.> beim Wenden das Segel auf die andere Bootsseite nehmen;

    Zusätzliche Markierungen zur Bewertung sondersprachlichen Wortgutes - wie ‘umg.’, ‘scherzh.’, ‘veraltend’ - sind nur vereinzelt anzutreffen, z.B. bei ‘See_len_ver_käu_fer <m. 3;fig.; umg.?> Anwerben von Soldaten, bes. Matrosen, für den Dienst in den Kolonien; [...] <fig.> alter, nicht mehr verkehrssicheres Schiff

    Mast- und ‘Schot_bruch! <norddt.; urspr. Seemannsspr.> (Wunsch für gutes Gelingen, bes. einer Seefahrt)


    2.4.4 Einschätzung

    Mit einem ersten Blick auf die zur Zeit übliche Kennzeichnungspraxis sondersprachlicher Lexik - speziell der sog. seemannssprachlichen - in allgemeinen einsprachigen Wörterbüchern der Gegenwartssprache läßt sich folgendes erkennen:

    "Indem immer mehr Leute teilhaben an den ehemals exklusiven Tätigkeiten wie Segeln, [...], schwindet die Exklusivität des Jargons zugunsten einer allgemeinen Umgangssprache. Mit nunmehr ganz wenigen gruppensprachlichen Etikettierungen." (cf. Löffler 1986: 234) Alle diese Anmerkungen sind natürlich keineswegs ausreichend, in toto die Aspekte der Auswahl, Aufnahme und Darstellung sondersprachlicher Lexik im allgemeinen einsprachigen Wörterbuch darzustellen, können aber dazu anregen, en detail über dieses Problemfeld nachzudenken in Zeiten ausgeprägter Gruppenorientierung und zunehmender Spezialisierung im Sprachgebrauch.
     

    3 Addendum

    Opitz (1998: 1215) vermerkt, daß sich die überwiegend mit der Segelschiffromantik assoziierte Seemannssprache

    "im deutschen Sprachraum immer einer verhältnismäßig großen Popularität [erfreute], die auch heute noch, gestützt auf die sich ausbreitende Sportschifferei als Freizeitbeschäftigung, seefahrtbezogene Sprechweise zu einem bevorzugten Stil- und Ausdrucksmittel der Gemeinsprache macht" . Die Seemannssprache ist zudem eine der wenigen klassischen Sondersprachen, die literarisiert wurden und werden.

    Welche Hilfe bieten nun die gängigen allgemeinen einsprachigen Wörterbücher der deutschen Gegenwartssprache, falls ein Leser in alltagssprachlichen oder literarischen Kontexten auf Seemannssprachliches trifft und aus einem aktuellen Informationsbedürfnis heraus zu einem dieser Wörterbücher greift, um seine sprachlichen oder sachlichen Kompetenzlücken zu schließen? Die Fragestellung ist hypothetisch, die Textbeispiele authentisch:

    1. Die Koalition hält Kurs.26
    2. Ankert Siegloch [ein Korrespondent, U.K.]bei "heute"?27
    3. Die stolze Viadrina segelt heute auf Erfolgskurs.28
    4. Mit Trompeten und Schweinsrücken unterwegs auf der Havel.29
    5. Mit der gerade herausgekommenen Ausgabe zum Thema "Deutschland 49/99" stellt die Zeitschrift Freibeuter ihr Erscheinen ein. Nach 80 Ausfahrten im Jahr wurde das Schiff zurück in den Hafen geholt, mit einem Gesamtbruttoregister versehen und aufs Trockendock gelegt. Die Abtakelung erfolgt gutgelaunt...30
    6. Er hat den festen Vorsatz, in diesem Sommer das Segeln zu lernen. ... Er übt Anluven, Abfallen, Halsen und Wendemanöver, mit dem Bug durch den Wind. ... Bald wird es Routine, die Schoten anzustecken, durch die Leitösen zu ziehen und hinauszusegeln.31
    7. Bei dieser Regierung scheint für alle gegolten zu haben: Stechen wir mal in See, Richtung Pi-mal-Daumen, Segel gehisst, woher der Wind weht, werden wir schon merken.32
    Machen Sie die Probe aufs Exempel.



    Anmerkungen

    (1) Für diesen Beitrag wurde überwiegend die CD-Rom-Version der 3., neubearbeiteten Auflage 1996, PC-Bibliothek 2.0 (1997) verwendet = DUWel.

    (2) Schon die nicht nur in diesem Beitrag synonymische Verwendung von ‘Gebrauchswörterbuch’ zu ‘allgemei-nes einsprachiges Wörterbuch’ deutet darauf hin, daß letztere Typisierung zwar tradiert, aber keinesfalls zementiert ist. Wiegand (1990: 2105) sieht in dieser Bezeichnung denn auch eher einen "pragmatisch ein-gespielten Fachausdruck", der u.a. mit ‘Sprachstadienwörterbuch’, ‘Definitionswörterbuch’, ‘Bedeutungswör-terbuch’ oder auch ‘polyinformatives Wörterbuch’ (cf. Wiegand 1989: 424) synonymisch gebraucht wird. Dieses Bezeichnungspotenzial kann als terminologischer Wirrwarr oder typologische Unsicherheit gedeutet werden, hängt aber m.E. vielmehr mit dem - existenten oder gewünschten - Leistungsangebot und Lei-stungsumfang allgemeiner einsprachiger Wörterbücher zusammen. Wenn dieses Leistungsangebot den Leistungserwartungen an ein Wörterbuch dieses Typs genügen soll, muß es notwendigerweise neben einer soliden Dokumentation des Kernbestandes einer Sprache auch Ausschnitte aus dem sprachlichen Tableau enthalten, die für eine Gesellschaft, deren Sprache zunehmend durch breit gestreutes Spezialwissen und Gruppenzugehörigkeit geprägt wird, relevant sind.

    (3) Gruppensprache bzw. Gruppenwortschatz wird hier als Synonym zu Sondersprachen verwendet; Fachspra-chen werden als Hyponym dazu angesehen und mit Möhn (1998: 177) als "Gruppensprachen von Experten" bezeichnet.

    (4) Auch in den Zuordnungen aus dem Begriffsparadigma ‘Sondersprache’  zeigt sich die vitale Vielfalt der SEEMANNSSPRACHE: Sie vereint Elemente von Berufssprache und Standessprache, Jargon und Gruppen-sprache, Tabusprache, Eingeschränkter Sprache, genderlect, Fachsprache und ‘Hobby-Sprache’. Zu den Komponenten der Seemannssprache und ihrem lexikalischen Inventar cf. insbesondere: Kramer 2000 (i.D.)

    (5) Möhn (1998: 175) beurteilt Fach-, Berufs- und Sondersprachen als differente Prototypen von Gruppenspra-chen und bestimmt z.B. die Jägersprache als "eine Zweikomponentensprache mit fach- und sondersprach-lichen Anteilen".

    (6) So verwirklicht Frisch den Anspruch Leibniz’, daß "eine Musterung und Untersuchung aller teutschen Wor-te, welche, dafern sie vollkommen, nicht nur auf diejenige gehen soll, so jedermann brauchet, sondern auch auf die, so gewissen Lebensarten und Künsten eigen", indem er über die Gemeinsprache seiner Zeit hinaus zusätzlich das Wortgut geschichtlicher Sprachstufen sowie der Mundarten und Berufssprachen her-anzieht und mit breiter Quellenbasis vorbildlich kodifiziert (cf. Powitz 1977: XIV*).

    (7) vgl. dazu Powitz 1977: VIII*

    (8) Weitere bibliographische Angaben finden sich im "Chronologischen Verzeichnis der wichtigsten Wör-terverzeichnisse und Wörterbücher zur Begriffsbestimmung seemännischer Ausdrücke"  in Kluge (1911) und in Bischoff (1916).

    (9) vgl. dazu die Ausführungen zur traditionellen maritimen Fachsprache von Opitz 1998.

    (10) Häufig sind die Bereiche, auf die die Wortsammlungen referieren, bereits im Titel erkennbar, z.B. Brummküsel, H. (1933): 1000 Worte Marinedeutsch. Wilhelmshaven. (2. Auflage 1950, 3. veränderte und vermehrte Auflage 1967); (1930) Verzeichnis gebräuchlicher seemännischer und marinetechnischer Wör-ter, die Schwierigkeiten in der Rechtschreibung bieten. Herausgegeben von der Inspektion des Bildungswe-sens der Marine. Kiel.; (1937) Verzeichnis seemännischer Wörter zusammengestellt im Auftrage der In-spektion des Bildungswesens der Marine. Glückstadt.; Eichler, C. (1943): Vom Bug zum Heck. Seemänni-sches Hand- und Wörterbuch. 2. vermehrte und verbesserte Auflage. Berlin. (3. Auflage 1964, Bielefeld, Berlin); Timmermann, G. (1953): Deutsche Seemannsausdrücke. Hamburg.; Werckmeister, G. (1958): Luv und Lee. Seglers ABC. Braunschweig, Berlin; Dietel, W. (1964): Seefahrts-Wörterbuch. Dictionary of nau-tical terms. 2. Auflage, München.; Dluhy, R.: (1974): Schiffstechnisches Wörterbuch. Hannover.; Zienert, J. & P. Heinsius (1983): Decksdeutsch heute: A-Z. Herford; Schaper, M. & P. Goll (1991): Bord-Jargon. Dem Seemann aufs Maul geschaut. Hamburg. Desiderabel ist eine entsprechende Bibliographie.

    (11) Daß die Verfasser nicht-spezieller Wörterbücher selbstverständlich und legitim auf die Sonder-sprachlexikographie zurückgriffen, verdeutlicht auch eine Aussage Friedrich Kluges: "Die deutsche Sprach-wissenschaft des 19. Jahrhunderts hat von dem Werke [Roeding 1796, U.K.] so wenig Notiz genommen, daß das Grimmsche Wörterbuch fast immer nur den im Jahre 1850 erschienenen Auszug von Bobrik namhaft macht." (Kluge 1911:X). Vgl. dazu auch Grimm (1854:XXX)

    (12) Obwohl Ludwig in seiner Studie zu den "Markierungen im allgemeinen einsprachigen Wörterbuch des Deut-schen" bereits 1991 auf das Fehlen systematischer Arbeiten zur lexikographischer Praxis wie der Kodifika-tion pragmatischer Informationen - also auch fach- und gruppenspezifischer Charakteristik von Lexemen - hinwies und damit einen Stoßseufzer Hennes von 1968 vertiefte, fehlen ausreichende Betrachtungen die-ser Art noch immer, obwohl die HSK-Bände "Wörterbücher" 5.1.-5.3. wenigstens die ärgsten Lücken schließen konnten (vgl. auch Ludwig 1991: 50f).

    (13) Vgl. hierzu Ludwig 1991: 58 und besonders: 97ff.

    (14) Über die Gründe dafür soll an dieser Stelle nicht spekuliert werden, da eine gründliche Auswertung der Kodifizierungspraxis gruppensprachlicher Lexik in Adelungs Wörterbuch - wie übrigens auch zu anderen bedeutenden Wörterbüchern - noch aussteht. Erste Vergleiche zeigen jedoch, daß sich die hier beobachtete Praxis auch in allgemeinen einsprachigen Wörterbüchern der deutschen Gegenwartssprache findet.

    (15) Es wurde die vollständige digitale Reproduktion dieser Ausgabe verwendet, die im Titel des Zusatz hat: "Mit D.W. Soltau’s Beyträgen, revidirt und berichtiget von Franz Xaver Schönberger", abrufbar unter www.ub.uni-bielefeld.de

    (16) Kühn/Püschel (1990: 2089) vermerken, daß sich Sanders’ Wörterbuch "durch die reichliche Aufnah-me von Fachwörtern und sondersprachlichem Wortschatz" auszeichnet.

    (17) Auch Moritz Heynes dreibändiges "Deutsches Wörterbuch" (1890-1895/1905-1906) und das "Deut-sche Wörterbuch" von Hermann Paul (1897) - beide primär historisch orientiert - und selbstverständlich das "Deutsche Wörterbuch" von Jacob und Wilhelm Grimm kodifizieren fach- und gruppensprachliche Le-xik, vgl. dazu auch Kramer 2000 (i.D.).

    (18) Wiegand (1990: 2105f.) beschreibt detailliert die frühe Nachkriegslexikographie von 1995 bis ca. 1960, beurteilt die als allgemeine einsprachige Wörterbücher geltenden für diesen Zeitraum kritisch und geht in diesem Zusammenhang auf ältere und mehrmals überarbeitete Wörterbücher ein.

    (19) Auf die Vor- und Nachteile bzw. die Unterscheide der elektronischen Versionen der beiden genannten Wörterbücher kann hier nicht eingegangen werden. Ich verweise auf zahlreiche Besprechungen in der Zeit-schrift LEXICOGRAPHICA.

    (20) ‘Seemannssprache’ ist im HWDG lemmatisiert und erklärt als ‘Sondersprache der Seeleute’ (1984: 1038)

    (21) Zur Markierungspraxis im HWDG überhaupt vgl. Ludwig 1991.

    (22) Im Unterschied zu ‘Steuermann’ sind z.B. ‘Matrose’ und ‘Kapitän’ im HWDG unmarkiert.

    (23) In der elektronischen Version heißen diese Texte ‘Zusätze’, das sind: Vorwort, Hinweise für die Wör-terbuchbenutzung, Anlage und Artikelaufbau, Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen, Kurze Grammatik der deutschen Sprache.

    (24) Im Vergleich zum DUWel ist das "Deutsche Wörterbuch"  unkomfortabel: Kurzanweisung und sämtliche Umtexte sind nicht aus der Anwendung heraus verfügbar, sondern müssen umständlich über das Haupt-verzeichnis der CD-ROM aufgerufen werden. Die angebotene Option ‘Kopieren in die Textverarbeitung’ läßt keine Freude aufkommen, da etliche Zeichen dabei verschwinden.

    (25) "Der Sprach-Brockhaus" (Leipzig 1940: VI) verwendet z. B. Icons "Für Wissensgebiete und Sonder-sprachen". Für ‘Schiffahrt’, ‘Seemannssprache’ und ‘Segelsport’ steht ein Anker.

    (26) Der Tagesspiegel, 28.9.1999, S1.

    (27) Der Tagesspeigel, 19.12.1998, S. 31

    (28) Der Tagesspiegel, 12.10.1999, S. 30

    (29) Der Tagesspiegel, 1./2.4.1999, S. 28

    (30) Der Tagesspiegel, 29.4.1999, S. 28

    (31) Friedrich Christian Delius:"Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus", 1998: 17f.

    (32) Der Tagesspiegel, 8.10.1999, S. 3



    Literatur

    Wörterbücher

    Adelung, J. C. (1793-1801): Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. Leipzig. 2. Reprint: Hildesheim 1990. (= Documenta Linguistica, Reihe II).

    Adelung, J. C. (1808): Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. Mit D.W. Soltau’s Beyträgen, revidirt und berichtiget von Franz Xaver Schönberger. Vollständige digitale Reproduktion dieser Ausgabe, abrufbar unter http://www.ub.uni-bielefeld.de

    Campe, J.H.: (1807-1811) Wörterbuch der deutschen Sprache. Braunschweig.

    Chytraeus, N. (1582): Nomenclator latinosaxonicus. Rostock. Reprint: Hildesheim 1974. (= Documenta Linguistica, Reihe I. Wörterbücher des 15. und 16. Jahrhunderts).

    Claviez, W. (1994): Seemännisches Wörterbuch. Bielefeld.

    DUWel
    Dudenredaktion(1996): Duden. Deutsches Universalwörterbuch. CD-ROM-Version. Mannheim etc.

    DWel
    Wahrig. Deutsches Wörterbuch. (1997). CD-ROM-Version Gütersloh, München, Kopenhagen.

    Frisch, J. L. (1741): Teutsch-Lateinisches Wörter-Buch. Berlin. Reprint: Hildesheim 1977. (= Documenta Linguistica, Reihe II).

    Grimm, J. / Grimm, W. (1854): Deutsches Wörterbuch. Erster Band. Leipzig.

    HWDG
    Kempcke, G. et al. (1984): Hanörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. In zwei Bänden. Berlin.

    Kluge, F. (1911): Seemannssprache. Wortgeschichtliches Handbuch deutscher Schifferausdrücke älterer und neuerer Zeit. Halle a. S. Fotomechanischer Nachdruck, Wiesbaden 1973.

    Paul, H. (1897): Deutsches Wörterbuch. Halle.

    Sanders, D. (1860-1865): Wörterbuch der deutschen Sprache. Leipzig. Reprint: Hildesheim 1969. (= Documenta Linguistica, Reihe III).

    Schult, J. (1994): Segler-Lexikon. Bielefeld.

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    Sekundärliteratur

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