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Interkulturelle Wissenschaftskommunikation – dargestellt an Abstracts in deutschen und türkischen Germanistikzeitschriften*

Canan Şenöz-Ayata (Istanbul)


 

1 Einleitung

Die Wissenschaftskommunikation erfolgt über Produktion und Rezeption von wissenschaftlichen Texten, da sie sowohl zur Vermittlung des Fachwissens als auch zur Kommunikation zwischen Wissenschaftlern dienen. In dieser Hinsicht sind sie im akademischen Bereich sehr wichtig und werden ebenfalls zum Untersuchungsgegenstand der Textlinguistik. Seit Anfang der 90er Jahre werden viele wissenschaftliche Textsorten wie Fachzeitschriftenaufsätze, Abstracts, wissenschaftliche Referate und Rezensionen mit textlinguistischen Analysekriterien untersucht. Darüber hinaus werden zahlreiche kontrastive Studien durchgeführt (vgl. Gnutzmann 1990, Clyne 1991, Oldenburg 1992, Maurenen 1993, Duszak 1997, Hutz 1997, Busch-Lauer 2001, 2007, Fløtum/Dahl/Kinn 2006, van Bonn/Swales 2007, Thielmann 2009). Die kontrastiven Studien leisten einen großen Beitrag zur Produktion von gut gestalteten Wissenschaftstexten in der Fremdsprache. Durch diese Texte können sich Wissenschaftler aus verschiedenen Kulturen gegenseitig besser verstehen.

Bei den interkulturellen Untersuchungen über Wissenschaftstexte werden meist englischsprachige Texte mit Texten aus anderen Sprachen verglichen. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass englische Publikationen in renommierten Fachzeitschriften im internationalen Bereich hohe Anerkennung finden und für die akademische Beförderung eine wichtige Rolle spielen. Deshalb sind englischsprachige Publikationen für Akademiker von großer Bedeutung. Das Verfassen englischer Fachtexte bereitet allerdings für Nicht-Muttersprachler mitunter Schwierigkeiten, da Wissenschaftsdiskurse in verschiedenen Sprachen kulturbedingte Unterschiede aufweisen können. Die kulturell geprägten Differenzen sind vor allem in Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften festzustellen (vgl. Oldenburg 1992: 35-36, Trumpp 1998: 17, Busch-Lauer 2007: 113).

Die Unterschiede zwischen Englisch und anderen Sprachen wie Deutsch, Französisch, Russisch u. ä. werden durch interkulturelle Vergleiche festgestellt und dargestellt. Es liegen aber nicht nur Vergleiche mit dem Englischen, sondern auch kontrastive Studien zwischen anderen Sprachpaaren (Deutsch–Französisch, Deutsch–Finnisch, Deutsch–Russisch, Deutsch–Türkisch u. ä.)1 vor.

Das Ziel meines Beitrags besteht darin, Abstracts von deutschen und türkischen Germanisten im Hinblick auf Textaufbau und Textstil zu analysieren und miteinander zu vergleichen. Das Analysekorpus bilden Abstracts aus der Zeitschrift für deutsche Philologie und aus der Germanistikzeitschrift der Istanbul Universität. Die Textanalyse beruht auf den Methoden und Verfahren der Textlinguistik. Ein weiteres Ziel dieses Artikels ist es, darzulegen, wie die interkulturellen Vergleiche über Wissenschaftstexte einen wichtigen Beitrag zur internationalen Wissenschaftskommunikation leisten können.

Vor der Textanalyse und dem Textvergleich werde ich die spezifischen Merkmale von Abstracts, sowie diesbezügliche interkulturelle Untersuchungen kurz darstellen, um einen Überblick über diese Textsorte zu geben.


2 Interkulturelle Vergleiche zur Textsorte "Abstract"

Abstracts sind in der Wissenschaftskommunikation oft verwendete Fachtexte, die "inhaltlich und formal begrenzt und meist von einem Ausgangstext abgeleitet" sind (Busch-Lauer 2007: 99). Sie sind Kurztexte im Umfang von 100–250 Wörtern und lassen sich als Konferenzabstract und als Abstract zu wissenschaftlichem Zeitschriftenartikel verschiedenen Textsortenvarianten zuordnen (vgl. Busch-Lauer 2007: 99, Müller 2008: 11). Außerdem lassen sie sich ebenfalls in verschiedene Typen wie prospektive und retrospektive Abstracts unterscheiden.2 Prospektive Abstracts wie Konferenzabstracts entstehen vor dem Verfassen des Ausgangstextes und dienen zur Entscheidung, ob ein Vortrag in das Kongressprogramm aufgenommen wird oder nicht. Abstracts, die als Antwort auf ein "call for papers" vor dem Verfassen des Primärtextes als Beitragsvorschlag erstellt werden, haben die Funktion, die Veröffentlichung eines Beitrages in einer Fachzeitschrift zu ermöglichen. Dagegen werden retrospektive Abstracts nach dem Verfassen des Ausgangstextes angefertigt. Mit Hilfe retrospektiver Abstracts kann sich der Leser entscheiden, ob er den ganzen Artikel lesen sollte. Der Untersuchungsgegenstand des vorliegenden Artikels besteht aus den retrospektiven Abstracts in türkischen und deutschen Germanistikzeitschriften.

Die Hauptfunktion von Abstracts besteht darin, die wesentlichen Informationen im Ausgangstext wiederzugeben. Sie sollen "informativ, und auch ohne Originalvorlage verständlich sein" (Müller 2008: 7). Darüber hinaus besitzen sie in der Regel folgende charakteristische Merkmale (vgl. Busch-Lauer 2001: 208, Müller 2008: 12):

  • Vollständigkeit (alle wesentlichen Aspekte des Primärtextes sollten zusammengefasst werden)
  • Genauigkeit (Inhalt und Aussage des Abstracts sollten mit dem Original übereinstimmen)
  • Objektivität (wertfreie Wiedergabe der wesentlichen Inhalte des Primärtextes)
  • Kürze der Darstellung
  • Verständlichkeit ohne Primärtext
  • Da Abstracts sich auf wissenschaftliche Texte beziehen, dienen sie der Vermittlung von Fachwissen und ermöglichen die Kommunikation zwischen Fachleuten (Müller 2008: 19). In Zusammenhang damit können sie durch ihren fachlichen Textgegenstand, durch ihre charakteristischen Merkmale wie Objektivität, Vollständigkeit, Genauigkeit, Verständlichkeit, durch verwendete Fachterminologie und sprachliche Strukturen wie Nominalstil, Passivkonstruktionen als eine Fachtextsorte betrachtet werden.

    Nach Baßler (2003: 190 ff.) hat sich diese Textsorte in den 90er Jahren in Deutschland weitgehend durchgesetzt. In der Türkei hat sie erstmals in den 2000er Jahren an Bedeutung gewonnen. Denn erst in den 2000er Jahren gab es einen Erlass des türkischen Hochschulrats (YÖK), laut dem in allen begutachteten Fachzeitschriften aus Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften den jeweiligen Artikeln englischsprachige Abstracts vorangestellt werden müssen. Aus diesem Grund sind Abstracts von türkischen Germanisten nur in englischer Sprache vorzufinden, obwohl sie ihre Artikel in deutscher oder türkischer Sprache publizieren. In den deutschen Germanistikzeitschriften hingegen sind Abstracts nicht immer obligatorisch und auch die Sprache von Abstracts weist Unterschiede auf. In manchen Zeitschriften, wie z.B. in LILI und in Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur, kommen nur englische Abstracts vor. In der Zeitschrift für deutsche Philologie sind Abstracts in Deutsch und in Englisch veröffentlicht. Dagegen enthalten wissenschaftliche Artikel in manchen Zeitschriften wie Archiv für das Studium der neuen Sprachen und Literaturen keine Abstracts.

    Abstracts rücken seit den 1990er Jahren in den Blickpunkt textlinguistischer Untersuchungen, da "sie in der Praxis von Fachleuten oft aufgrund erheblicher, sprachlicher und inhaltlicher Unzulänglichkeiten bemängelt werden" (Busch-Lauer 2001: 206). Fragen und Diskussionen über die Kulturgebundenheit von Abstracts führen Linguisten zu interkulturellen Vergleichen über die spezifischen Merkmale dieser Textsorte (Ventola 1994, Melander 1997, Swales 2000, Busch-Lauer 2001/2007, Baßler 2003, Martín-Martín 2003, van Bonn/Swales 2007). Aus diesen interkulturellen Forschungen geht oft hervor, dass Abstracts in verschiedenen Sprachen Unterschiede aufweisen können. Ventola (1994) legte z.B. die Schwierigkeiten dar, welche deutsche Wissenschaftler beim Verfassen englischsprachiger Abstracts haben. Die kontrastive Studie von Melander (1997) über englische und schwedische Abstracts aus der Biologie, Medizin und Linguistik zeigte, dass Abstracts amerikanischer Autoren insgesamt länger als die der schwedischen Autoren sind.

    Baßler (2003) hat englische, deutsche und russische Abstracts aus den soziologischen Fachzeitschriften analysiert und festgestellt, dass deutsche Abstracts mit den Abstracts der angloamerikanischen Autoren gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, da sie kritische Bezugnahmen auf andere Studien beinhalten. Dagegen enthalten russische Abstracts keine kritischen Bezugnahmen (Baßler 2003: 207).

    Martín-Martín (2005) ist in seiner kontrastiven Studie über englisch- und spanischsprachige Abstracts aus der Linguistik und der Psychologie zu wichtigen Ergebnissen gelangt. Die analysierten Abstracts folgen durchgehend der IMRD3-Struktur wissenschaftlicher Zeitschriftenartikel4. Dagegen zeigt die Anordnung der einzelnen Teiltextsegmente von Abstracts Unterschiede zwischen den verglichenen zwei Sprachen und zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen auf (Martín-Martín 2005: 112). Auch die Studie von Hyland (2000), in der 800 Abstracts aus 8 verschiedenen Fachdisziplinen untersucht wurden, belegte, dass sich die Strukturen von Abstracts je nach Fachdisziplin ändern.

    Busch-Lauer (2007) verweist in ihrem Vergleich über deutsche und englische Abstracts darauf, dass der Aufbau von Abstracts in der Medizin im Vergleich zu anderen Wissenschaftsdisziplinen normiert ist. In der Medizin sticht auch als eine viel verwendete Form das "Strukturabstract" hervor. Dieser Abstract-Typ ist in allen internationalen Publikationsorganen Standard (Busch-Lauer 2007: 100).

    Van Bonn und Swales (2007) haben Abstracts aus den englischen und französischen Linguistikzeitschriften untersucht und festgestellt, dass in den englischen Abstract-Texten argumentiert wird, warum die vorgelegte Studie wichtig ist. Im Französischen hingegen sind sie eher informativ.

    Durch die Untersuchung von Müller (2008: 7) stellte sich heraus, dass Abstracts im angloamerikanischen Raum im Vergleich zu den russischen mehrere Funktionen aufweisen. Folgende Funktionen sind besonders für englischsprachige Abstracts charakteristisch: "Abstracts lenken die Aufmerksamkeit des Lesers auf den Primärtext, stimmen ihn auf diesen ein. Sie können als eine Art Werbung für den Zeitschriftenartikel oder gar die ganze Zeitschrift/den Konferenzband dienen, aber auch als eine Art Werbung für den Autor selbst" (Müller 2008: 25).

    Die hier kurz dargestellten kontrastiven Studien führen zu den folgenden Feststellungen:

    Am häufigsten werden englischsprachige Abstracts mit Abstracts aus anderen Sprachen wie Deutsch, Französisch, Spanisch und Russisch verglichen.

    Das Vorhandensein und die Anordnung von Teiltextsegmenten ändern sich je nach der Fachdisziplin. Die Struktur von Abstracts ist in den Naturwissenschaften und besonders in der Medizin stärker normiert als in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Als Untersuchungsgegenstand werden meist Abstracts aus naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Fächern wie Medizin, Biologie, Chemie, Linguistik, Wirtschaft, Soziologie etc. ausgewählt. Es liegen kaum Vergleiche über Abstracts geisteswissenschaftlicher Fächer vor.


    3 Analyse und Vergleich

    Mein Vergleich umfasst Abstracts literaturwissenschaftlicher Artikel, die von deutschen und türkischen Germanisten verfasst wurden. Das Analysekorpus besteht aus 40 Abstracts (20 von türkischen und 20 von deutschen Germanisten verfasste Abstract-Texte), die im Zeitraum 2005–2009 in der Zeitschrift der Germanistikabteilung der Istanbul Universität Studien zur deutschen Sprache und Literatur5 und in der Zeitschrift für deutsche Philologie veröffentlicht wurden. Die Abstracts im Korpus gehören zu den wissenschaftlichen Artikeln, welche die Themen aus der neueren deutschen Literatur behandeln.

    Wie bereits erwähnt, sind Abstracts in der deutschen Germanistikzeitschrift englisch- und deutschsprachig. Dagegen sind sie in der türkischen Germanistikzeitschrift nur englischsprachig. Aus der Zeitschrift für deutsche Philologie wurden nicht nur 20 deutschsprachige Abstracts, sondern auch ihre englischsprachigen Versionen entnommen und analysiert.

    Das deutsche Publikationsorgan Die Zeitschrift für deutsche Philologie erscheint viermal im Jahr. Da das erste und dritte Heft nur der älteren deutschen Literatur und Sprachgeschichte gewidmet sind, wurden nur aus zwei Heften (Heft 2 und Heft 4) Abstract-Texte ausgewählt. Denn diese Hefte bestehen aus den Artikeln über die neuere deutsche Literatur. Die Germanistikzeitschrift der Istanbul Universität Studien zur deutschen Sprache und Literatur erschien bis 2008 jährlich einmal und ab 2009 werden jährlich zwei Nummer herausgegeben.

    3.1 Textaufbau

    Für die Beschreibung des Textaufbaus von Abstracts verwende ich das Analysemodell von Busch-Lauer (2007: 111). Nach diesem Modell wurden "zuerst die Teiltexte und Textbausteine in den einzelnen Abstracts markiert. Danach wurde die Funktion der Strukturen im Text bestimmt, abstrahiert und verglichen" (vgl. Busch-Lauer 2007: 111).

    Bevor ich auf meine Textanalyse eingehe, möchte ich anhand der unten stehenden Tabelle von Busch-Lauer einen Überblick über die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen geben.

    Autor Fachgebiet/Sprachen Teilsegmente
    A. Oldenburg (1997: 70–75)

    Pädagogik
    Maschinenbau

    Deutsch
    Englisch

    (1) Globale Charakterisierung des Forschungsfeldes und/oder der Forschungssituation
    (2) Hauptziel/Hauptuntersuchungsgegenstand der Arbeit
    (3) Darstellung der Untersuchungsergebnisse
    (4) Methoden/Modelle/Experimente/Verfahrens­schritte
    (5) Konsequenzen für die Forschung und Praxis

    Hutz (1997: 107ff.)
    Sozialpsychologie
    Deutsch
    Englisch
    (1) Einführung in das Forschungsgebiet und Zielsetzung der Studie
    (2) Angaben zu experimentellen und theoretischen Grundlagen
    (3) Darlegung der wichtigsten Untersuchungsergebnisse
    (4) Diskussion der Ergebnisse
    Ad hoc Working group (1987)
    Medizin
    Englisch
    Originalartikel: Objective, Design, Setting, Patients or Participants, Interventions, Main Outcome Measures, Results & Conclusion
    Tabelle 1: Übersicht zu den Teiltextsegmenten in verschiedenen Fachgebieten (Busch-Lauer 2007: 110)

    Wie in Tabelle 1 zu sehen ist, werden die Teiltextsegmente von Abstracts aus verschiedenen Fachgebieten wie Pädagogik, Maschinenbau, Sozialpsychologie und Medizin, sowie deren Anordnungen veranschaulicht. Dagegen sind Abstracts von literaturwissenschaftlichen Artikeln kaum untersucht, da sowohl in dieser Tabelle als auch in bisherigen Untersuchungen keine Angaben über Abstracts im Bereich der Literaturwissenschaft vorhanden sind. Diese Feststellung war eigentlich der Ausgangspunkt dieser hier vorgestellten Studie. Aus meiner Analyse geht hervor, dass Abstracts von literaturwissenschaftlichen Artikeln im Vergleich zu anderen Fachdisziplinen folgende Teiltextsegmente nicht enthalten.

    nicht vorhandene Teiltextsegmente
    Darstellung der wichtigsten Untersuchungsergebnisse
    Diskussion der Ergebnisse
    Konsequenzen für die Forschung und Praxis
    Tabelle 2: Abstracts von literaturwissenschaftlichen Artikeln

    Die für die naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen wie Medizin, Biologie, Chemie etc. festgestellten Teiltextsegmente, z.B. results (Ergebnisse), discussion (Diskussion) kommen in den analysierten literaturwissenschaftlichen Artikeln nicht vor.

    Um die Ermittlung von Teiltextsegmenten und deren Funktionen besser erläutern zu können, wird im Folgenden die Analyse von zwei Abstract-Texten aus beiden Kulturen dargestellt. Zuerst wird die Analyse von Teiltextsegmenten eines Abstract-Textes aus der Zeitschrift für deutsche Philologie als Beispiel vorgeführt:

    Beispiel 1:
    Trotz zahlreicher Publikationen zur Holocaust-Literatur fehlt bislang eine Einteilung dieses Genres, die mehr leistet als eine schlichte Periodisierung. Die Disparität der Texte zum Holocaust erschwert eine solche Einteilung unverhältnismäßig; hinzu kommt das im Umgang mit dem Holocaust gravierende Problem des Verhältnisses zwischen dem realem Geschehen und dem literarischen Umgang mit demselben (Erklärungen über das behandelte Thema). Um einen Ausweg aus diesem Dilemma zu weisen, nutzt der Beitrag einen semiologischen Ansatz in der Tradition Peirces zum Zwecke einer Einteilung (theoretische Grundlagen). Bei der Untersuchung von einschlägigen Texten zum Holocaust kann so gezeigt werden (Ziel des Beitrags), worin sich beispielsweise Hilsenraths Prosa, Celans Lyrik und Ruth Klügers Erinnerungen oder Spiegelmans "Maus" unterscheiden (Erklärungen über die behandelten Werke).
    Quelle: Zeitschrift für deutsche Philologie 4/2009: 591; mit den von mir in Klammern kursiv angegeben Teiltextsegmenten.

    Wie im obigen Beispiel mit Kursivschrift in Klammern hervorgehoben wird, besteht der Abstract-Text aus folgenden Teiltextsegmenten:

  • Erklärungen über das behandelte Thema
  • Theoretische Grundlagen
  • Ziel des Beitrags
  • Erklärungen über die behandelten Werke
  • Ferner weisen die Teiltextsegmente des folgenden Abstract-Textes aus der türkischen Germanistikzeitschrift Ähnlichkeiten mit den Teiltextsegmenten des vorangehenden deutschen Abstracts auf.

    Beispiel 2:
    The history of Comparative Literature begins with the term "World Literature", invented by Goethe in 1827 (Erklärungen über das behandelte Thema). What did "World Literature" contain for Goethe and what does it mean now in our present time of 'global' capitalism? The term "World Literature" passed through various definitions which are discussed in this article (Ziel des Beitrags) from a historical point of view proceeding from Eric Auerbach’s "Philology of World Literature", Fritz Strich’s "Goethes Idee einer Weltliteratur" and Werner Krauss’ "Probleme der vergleichenden Literaturgeschichte" (theoretische Grundlagen).
    Quelle: Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi (Studien zur deutschen Sprache und Literatur) 2008/20: 25.

    Der obige Beispieltext enthält folgende Teiltextsegmente:

  • Erklärungen über das behandelte Thema
  • Ziel des Beitrags
  • Theoretische Grundlagen
  • Durch die Analyse wird deutlich, dass die untersuchten zwei Abstracts aus ähnlichen Teiltextsegmenten bestehen. Der Unterschied liegt in der Anordnung von Teiltextsegmenten. Wie an diesen Beispieltext-Analysen dargestellt wird, wurden alle Abstract-Texte im Analysekorpus hinsichtlich der Teiltextsegmente bzw. des Textaufbaus untersucht. Die Untersuchung führt zum Ergebnis, dass Abstracts deutscher und türkischer Germanisten weitgehend keine konventionalisierten Strukturen aufweisen. Die Vorkommenshäufigkeit und die Anordnung von Teiltextsegmenten sind sehr variabel (vgl. Anhang Tabelle 3 und Tabelle 4). Trotz dieser unterschiedlichen Strukturen ist festzustellen, dass in Abstract-Texten von deutschen und türkischen Germanisten allerdings Teiltextsegmente wie Ziel des Beitrags und Erklärungen über das behandelte Thema häufig vorkommen.6 Das Teiltextsegment Erklärungen über das behandelte Thema steht in beiden Kulturen meistens am Anfang des Abstracts und hat die Funktion, einen Einstieg ins Forschungsthema bzw. in den Forschungsgegenstand zu verwirklichen.

    Die untersuchten Abstracts enthalten weiterhin andere Teiltextsegmente wie Angaben zu theoretischen Grundlagen, Erklärungen über das behandelte Werk, Verfahrensschritte, Aufzeigen der Forschungslücke, These des Verfassers, Leistung des Beitrags, Zitatangabe bzw. Referenz auf andere Untersuchungen.

    Eines der oben dargelegten Teiltextsegmente, nämlich Angaben zu theoretischen Grundlagen, tritt in Abstracts türkischer Germanisten wenig auf. Abstract-Texte von türkischen Germanisten beinhalten mehr Erklärungen über das behandelte Werk (z. B. Erklärungen über Motive, Figuren und Protagonisten etc.). Türkische Germanisten orientieren sich mehr an der Erklärung des analysierten Werkes. Deswegen sind ihre Abstracts eher inhaltsorientiert. Deutsche Germanisten hingegen vermitteln meist bei der Erstellung von Abstracts Informationen über die theoretischen Grundlagen ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Der Grund für diesen Unterschied liegt wahrscheinlich darin, dass Abstracts weitgehend den Aufbaumustern von wissenschaftlichen Artikeln folgen, d. h. die Struktur von wissenschaftlichen Artikeln widerspiegeln (vgl. Swales 1990: 81, Martín-Martín 2005: 112). In Übereinstimmung mit den Analyseergebnissen von Oldenburg (1992: 35–36), Trumpp (1998: 17), Busch-Lauer (2007: 113), dass wissenschaftliche Texte in den Geisteswissenschaften stärker von dem wissenschaftlichen Diskurs der jeweiligen Kultur geprägt sind, weisen die untersuchten Abstracts – entsprechend den verschiedenen Vertextungsstrukturen der dazu gehörigen Artikel – Unterschiede auf. Die Unterschiede in Bezug auf das Vorhandensein und die Vorkommenshäufigkeit von Teiltextsegmenten in Abstracts türkischer und deutscher Germanisten könnten ebenfalls auf "verschiedenen wissenschaftlichen Denkstilen und verschiedenartigen Schreibsozialisationen" in den beiden Kulturräumen beruhen (Busch-Lauer 2007: 112).

    Ferner ergibt meine Analyse, dass die Abstract-Texte im Korpus keine festen Textbaupläne besitzen. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass Abstracts der Literaturwissenschaft, im Gegensatz zu naturwissenschaftlichen Disziplinen, keine standardisierten Formen haben. Sie bestehen nicht aus vier Schritten (1. Einleitung mit Zielsetzung des Beitrages, 2. Material und Methode, 3. Ergebnisse, 4. Diskussion), die von Swales (1990: 81), Busch-Lauer (2001: 201) und Müller (2008: 14) für Abstracts in Naturwissenschaften festgestellt wurden. Da die literarturwissenschaftlichen Artikel im Vergleich zu den naturwissenschaftlichen nicht die IMRD-Struktur aufweisen7, folgen deren Abstracts einer differenten Textstruktur und enthalten, wie oben dargestellt, andere Teiltextsegmente, die keine festgelegten Anordnungen aufzeigen. Dieser Befund deckt sich zudem mit den Resultaten der Analysen von Hyland (2000), Martín-Martín (2005), Busch-Lauer (2007), dass sich der Textaufbau von Abstracts je nach Fachdisziplin ändert.

    Als nächster Schritt werden stilistische Merkmale von Abstracts im Analysekorpus erläutert.

    3.2 Stilistische Merkmale

    Die bisher vorliegenden Studien belegen, dass Nominalstil, Passivkonstruktionen, unpersönliche Formen, normierte Strukturen und die Verwendung von Fachbegriffen die charakteristischen Stilmerkmale von Abstracts sind (vgl. Busch-Lauer 2007: 103).

    Kretzenbacher (1990) hat hervorgehoben, dass der Gebrauch von Personalpronomen und vor allem "das Autoren-ich" in Abstracts vermieden wird. Dagegen wird in diesen Texten gelegentlich "das Autoren-wir" verwendet. Busch-Lauer stellte in ihrer Untersuchung fest, dass Studenten, die Englisch als Fremdsprache lernen, in ihren englischsprachigen Abstracts "bei der Zielangabe und bei der Wiedergabe der Schlußfolgerungen das Personalpronomen "we" und das Aktiv ("we therefore examined" und "we conclude that"…) benutzt haben (Busch-Lauer 2001: 216).

    Die kontrastive Studie von Baßler (2003) über russische, deutsche und englische Abstracts aus der Soziologie zeigt, "dass sich die angloamerikanischen Normen bisher zum Teil auf den Schreibstil der deutschen Autoren ausgewirkt haben. Nur geringer sind dagegen die Auswirkungen auf den Stil der russischen Autoren" (Baßler 2003: 209). Trotz gewisser Ähnlichkeiten mit den Abstracts der angloamerikanischen Autoren beinhalten deutsche Abstracts einige gemeinsame Eigenschaften mit den russischen Abstracts. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass die russischen und deutschen Autoren die ich-Form nicht im zentralen Nukleus des Abstracts verwenden. Somit unterscheiden sie sich von den angloamerikanischen Autoren. Die angloamerikanischen Autoren verwenden jedoch die ich-Form unterschiedlich. Nach Baßler taucht die ich-Form in amerikanischen Abstracts häufiger als in britischen Abstracts auf. Im Vergleich zu deutschen und angloamerikanischen Autoren benutzen die russischen Autoren oft die wir-Form (Baßler 2003: 204).

    Im Weiteren haben die kontrastiven Untersuchungen von Trumpp (1998) und Graefen/Thielmann (2007) belegt, dass in deutschen Wissenschaftstexten die ich-Form weniger benutzt wird als in englischen Texten. Aus der Analyse von Trumpp (1998: 112) geht hervor, dass in deutschen wissenschaftlichen Texten auf Personalpronomina und Possessiva der 1. Person verzichtet wird und unpersönliche Ausdrücke intensiv gebraucht werden. In diesem Zusammenhang bemerkten Graefen/Thielmann (2007: 95), dass die sachlich-unpersönliche Darstellung in akademischen Texten international verbreitet ist. In diesen Texten tritt die Person des Autors sprachlich nicht in den Vordergrund, da "das neue Wissen durch die Publikation zu einem allgemein gefassten, von der Person des Autors abgelösten Wissen wird" (Graefen/Thielmann 2007: 92). Obwohl dieses charakteristische Merkmal allen Wissenschaftssprachen gemeinsam ist, wird im angloamerikanischen Bereich die ich-Form mehr als in anderen Sprachen verwendet.

    Darüber hinaus legt die von Swales und van Bonn (2007: 98) durchgeführte Analyse über englisch- und französischsprachige Abstracts dar, dass französische Abstracts komplexere Sätze und einen geschmückten Stil besitzen. Im Gegensatz dazu enthalten englische Abstract-Texte kürzere Sätze und mehr Passivstrukturen. Im Hinblick auf Selbstreferenz sind ebenfalls Unterschiede festzustellen. In englischsprachigen Abstracts verwendet der Autor die ich-Form, indem er sich in seinem Abstract-Text auf sich selbst bezieht. Im Französischen wird anstelle der ich-Form häufig die wir-Form verwendet, wenn auch der Artikel nur einen Autor hat. Diese Verwendung im Französischen wird von der angloamerikanischen Diskursgemeinschaft oft als altmodisch wahrgenommen (vgl. van Bonn/Swales 2007: 98).

    Da in der Türkei im Bereich der Linguistik über die Textsorte Abstract weder einzelsprachige noch kontrastive Untersuchungen vorliegen, möchte ich die Ergebnisse der kontrastiven Studien von Başokur/Baykan/Polat (2008) und Konukman (2011) erwähnen. Denn bis jetzt wurden nur in diesen beiden Studien die stilistischen Merkmale deutscher und türkischer Fachzeitschriftenartikel analysiert und verglichen.

    Die von Başokur/Baykan/Polat (2008: 171) unternommene kontrastive Analyse über deutsche und türkische Artikel der Translationswissenschaft zeigt auf, dass in türkischen Artikeln die Anwendung der 1. Person Singular sehr gering ist. In den untersuchten deutschen Artikeln war der Gebrauch der ich-Form ebenfalls nicht stark ausgeprägt.

    Des Weiteren hat Konukman (2011: 73) in seiner Untersuchung über deutsche und türkische Fachzeitschriftenartikel der Betriebswirtschaft festgestellt, dass die ich-Form in beiden Sprachen lediglich jeweils in einem einzigen Artikel auftritt. Dagegen ist die Frequenz der Verwendung der ich-Form in den beiden Artikeln unterschiedlich. Sie wurde im türkischen Artikel einmal, in dem deutschen hingegen siebenmal verwendet.

    Die beiden Studien haben ergeben, dass in türkischen Fachzeitschriften der Sozialwissenschaften persönliche Formen wenig gebraucht werden. Wenn sie verwendet werden, wird sprachlich meist die wir-Form bevorzugt, obwohl der Artikel nur einen Autor hat (Başokur/Baykan/Polat 2008: 171, Konukman 2011: 73). Außerdem geht aus diesen Studien hervor, dass in den türkischen und deutschen Fachzeitschriftenartikeln Passivformen und unpersönliche Strukturen häufig vorkommen (Başokur/Baykan/Polat 2008: 173, Konukman 2011: 75).

    Die hier kurz dargestellten interkulturellen Analysen verdeutlichen, dass die verwendete Publikationssprache sowie die jeweilige Diskursgemeinschaft und Wissenschaftskultur die sprachliche Gestaltung wissenschaftlicher Texte erheblich beeinflussen. Im Vergleich zu den oben dargestellten Ergebnissen der vorigen Untersuchungen sind in den analysieren Abstracts von deutschen und türkischen Germanisten folgende stilistische Eigenschaften festzustellen:

    Wie bereits angedeutet wurde, befinden sich in der deutschen Germanistikzeitschrift Abstract-Texte in deutscher und englischer Sprache. Die Textanalysen legen dar, dass 15 von 20 englischen Abstracts in der deutschen Germanistikzeitschrift Übersetzungen der deutschen Originale sind. Obwohl sie in beiden Sprachen hinsichtlich der Teiltextsegmente und ihrer Anordnung kaum Unterschiede aufweisen, enthalten sie im Hinblick auf stilistische Merkmale einige Unterschiede.

    Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Sprachen liegt darin, dass in den analysierten deutschsprachigen Abstracts im Vergleich zu den englischsprachigen Abstracts Personalpronomen oder Possessivpronomen, die sich auf die erste Person Singular ich oder auf die erste Person Plural wir beziehen, sehr selten verwendet werden. Dieser Unterschied wird anhand eines deutschen und englischen Abstracts einer deutschen Germanistin konkretisiert. Der Beitrag mit dem Titel "'Möchte ich ein schwimmender Schreiber sein'. Von der 'Wortsucht' in Robert Schindels Gedichtband 'Wundwurzel'" hat ein deutsches und ein englisches Abstract. Als erstes wird das unten angeführte deutsche Abstract analysiert:

    Beispiel 3: Das deutsche Abstract
    Gegenstand des folgenden Beitrages ist der 2005 erschienene Gedichtband "Wundwurzel" von Robert Schindel. Im Mittelpunkt des Interesses stehen insbesondere die poetologischen, jüdischen, intertextuellen und erotischen Aspekte der Gedichte. In der Reflexion der Schreibverfahren und des Schreibens, die viele der Gedichte kennzeichnen, kristallisiert sich eine Poetologie heraus, die existentiell argumentiert und zudem eine deutliche Sprachkritik formuliert.
    Quelle: Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2008: 269.

    Im deutschen Abstract werden als stilistische Mittel nur unpersönliche Formen wie "Gegenstand des folgenden Beitrages ist…", "Im Mittelpunkt des Interesses stehen … Aspekte der Gedichte" und "…kristallisiert sich eine Poetologie heraus" gebraucht. Am Anfang des Abstract-Textes steht eine normierte Struktur "Gegenstand des folgenden Beitrages ist… ". Die folgende englische Version dieses Abstracts entspricht zum größten Teil der deutschen Version.

    Beispiel 4: Das englische Abstract
    The subject of the following article is the volume of poems "Wundwurzel" by Robert Schindel, published in 2005. It focuses in particular on the poetological, Jewish, intertextual and erotic aspects of the poems. In the reflection on the process and the act of writing, which marks many of the poems, we find a poetology which argues existentially and also formulates a clear critique of language.
    Quelle: Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2008: 269; Hervorheb. C. S-A..

    Wie im deutschen Text befinden sich auch im englischen Abstract unpersönliche Formen und normierte Strukturen wie "the subject of the following article is…", "it focuses on the …aspects of the poems". Trotzdem tritt ein kleiner stilistischer Unterschied im englischen Text auf. Der englische Abstract-Text hat im letzten Satz Personalpronomen we. Im deutschen Abstract wurde dagegen die wir-Form nicht benutzt.

    In den analysierten deutschen Abstracts wurde die ich-Form sehr selten verwendet. En Beispiel dafür bildet das folgende Zitat aus einem deutschen Abstract:

    Beispiel 5:
    In diesem Aufsatz schlage ich einen Bogen von der "Entdeckung des Gehirns" um 1800 zum schreibenden Goethe.
    Quelle: Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2009: 179; Hervorheb. C. S-A..

    Der Verfasser hat am Anfang seines Abstracts erklärt, wie er in seinem Aufsatz vorgehen wird. Bei dieser Erklärung verwendet er die erste Person Singular ich. Die Verwendung der ersten Person Singular tritt im deutschen Analysekorpus nur einmal auf.

    So wie die deutschen Germanisten, verwenden auch die türkischen Germanisten in ihren englischsprachigen Abstracts die ich-Form sehr selten. In den untersuchten Abstracts von türkischen Germanisten kommen auch häufig unpersönliche Formen und normierte Strukturen vor. Diese stilistischen Eigenschaften sind in dem folgenden Abstract zu veranschaulichen:

    Beispiel 6:
    The purpose of this study is to analyze Katharina Hacker’s Die Habenichtse as a novel in which the constant change of perspective is a dominant structural feature. By separately switching between the points of view of various characters, Hacker provides a narrative with a broad variant of perspectives. Thus Hacker presents the reader a complex view. The essay explores how, apart from confronting the reader with a multidimensional reality, the switching in perspectives further contributes to the overall narrative.
    Quelle: Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi (Studien zur deutschen Sprache und Literatur) 2008/20: 129.

    In diesem Bespiel werden keine ich- oder wir-Form verwendet. Der Gebrauch von unpersönlichen Formen wie "the purpose of this study is…" und "the essay explores" wurde bevorzugt. Diese unpersönlichen Formen sind gleichzeitig normierte Strukturen. Die Verwendung der Personalpronomina ist im Analysekorpus von türkischen Germanisten nicht üblich. Die ich-Form wird nur in einem Abstract der türkischen Germanistikzeitschrift benutzt. Diese Verwendung wird im folgenden Beispiel konkretisiert:

    Beispiel 7:
    …The texts which I want to analyze are related to the postcolonial German literature. In the texts I want to try to investigate the problem of the aliens and its new reading as a new problem of the postcolonial world and postcolonial German literature.
    Quelle: Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi (Studien zur deutschen Sprache und Literatur) 2008/20: 93; Hervorheb. C. S-A..

    In diesem Beispieltext wurde bei der Zielangabe die ich-Form (I) gebraucht. Wenn wir im Analysekorpus englische Abstracts deutscher Germanisten mit denen der türkischen Germanisten vergleichen, können wir erkennen, dass ihre Abstracts die persönlichen Formen häufiger als die englischen Abstracts von türkischen Germanisten enthalten. Dagegen haben deutsche Germanisten diese sprachlichen Mittel in ihren deutschen Abstracts der Zeitschrift für deutsche Philologie sehr wenig verwendet. Dieser unterschiedliche Gebrauch der persönlichen Formen kann in Zusammenhang mit kontrastiven Studien von Trumpp (1998: 112), Baßler (2003: 209) und Graefen/Thielmann (2007: 92–93) dadurch begründet werden, dass englischsprachige Wissenschaftstexte im Vergleich zu den deutschsprachigen mehr persönliche Formen, vor allem die ich-Form, enthalten und dass deutsche Germanisten unter dem Einfluss des angloamerikanischen Wissenschaftsstils in ihren englischen Abstracts das Autoren-ich häufiger als in ihren deutschen Abstracts gebrauchen.

    Im Gegensatz dazu tritt in englischsprachigen Abstracts türkischer Germanisten die ich-Form sehr selten auf. Sie kommt im Analysekorpus nur in einem einzigen Abstract-Text vor. Die wir-Form wurde überhaupt nicht verwendet. Der Einfluss des angloamerikanischen Wissenschaftsstils auf die Abstracts von türkischen Germanisten ist gering, da in ihren englischen Abstracts die ich-Form kaum vorzufinden ist. Dies geht mit den Analyseergebnissen von Başokur/Baykan/Polat (2008: 171–173) und Konukman (2011: 73–75) konform, dass in türkischen Wissenschaftstexten die ich-Form stark vermeiden wird und die Verwendung von unpersönlichen Formen sowie Passivkonstruktionen im Vordergrund steht. Wie bereits oben dargelegt wurde, weisen die analysierten deutschsprachigen Abstracts deutscher Germanisten die persönlichen Formen weniger als ihre englischen Versionen auf. Dies legt die Vermutung nahe, dass türkische Germanisten in ihren englischen Abstracts nicht nur aufgrund des traditionellen türkischen Wissenschaftsstils, sondern auch unter dem Einfluss des deutschen germanistischen Schreibstils die ich-Form seltener gebrauchen. Das würde gewissermaßen bedeuten, dass sich die türkischen Germanisten in ihren englischen Abstracts enger an den deutschen Stil halten als die deutschen Germanisten. Diese Vermutung steht in enger Verbindung zu Trumpps Analyseergebnissen, "dass neben der Muttersprache auch die Sprache/Kultur, in der die Ausbildung zum Wissenschaftler erfolgt ist, einen Einfluß auf die Vertextung ausübt" (Trumpp 1998: 114).

     

    4 Schluss

    Mein Beitrag legt vor, dass der Textaufbau von Abstracts literaturwissenschaftlicher Artikel zum größten Teil anders als der Textaufbau von Abstracts in anderen Fachbereichen ist. Dieses Ergebnis stimmt mit der Feststellung von Busch-Lauer (2007: 113) überein, dass die Fachdisziplin auf den strukturellen und inhaltlichen Aufbau eines Abstracts einen wesentlichen Einfluss hat.

    Diese kontrastive Studie stellt dar, dass die Abstract-Texte in der türkischen und deutschen Germanistikzeitschrift folgende Gemeinsamkeiten haben: Die häufig vorkommenden Teiltextsegmente sind ähnlich, aber ihre Anordnungen fallen sehr unterschiedlich aus. In beiden Kulturen liegt kein fester Textbauplan für Abstracts literaturwissenschaftlicher Artikel vor.

    Ferner ist im Hinblick auf den inhaltlichen Textaufbau ein Unterschied festzustellen. Dieser liegt darin, dass die Abstracts der deutschen Germanisten theoriebetonter, die der türkischen hingegen inhaltsorientierter sind. Die Unterschiede bei der Gestaltung von Abstracts können mitunter auf die kulturelle Geprägtheit von literaturwissenschaftlichen Artikeln zurückgeführt werden.

    Darüber hinaus konnte durch die Analyse nachgewiesen werden, dass englischsprachige Abstracts in der deutschen Germanistikzeitschrift in den meisten Fällen Übersetzungen der deutschsprachigen Originale sind. Sie weisen zwar nicht hinsichtlich des Textaufbaus, aber hinsichtlich des Textstils Differenzen auf. Außerdem ist auch festzustellen, dass sich die englischen Abstracts deutscher und türkischer Germanisten hinsichtlich des Textstils voneinander unterscheiden, da sich die deutschen Germanisten im Vergleich zu den türkischen beim Verfassen ihrer englischen Abstracts stärker an den englischen Wissenschaftsstil anpassen.

    Abschließend möchte ich betonen, dass die Anzahl der textlinguistischen und interkulturell-vergleichenden Untersuchungen vermehrt werden sollte, damit die kulturell geprägten Unterschiede von Wissenschaftstexten sichtbarer werden. Diese Unterschiede sollten bezüglich ihrer Vor- und Nachteile analysiert werden, um mithilfe der Vielfältigkeit in den verschiedenen Wissenschaftskulturen eine Reflexion und gegebenenfalls Optimierung der dominanten Textsortenstrukturen zu ermöglichen. Das würde gleichzeitig auf der internationalen Ebene zu einer besseren Wissenschaftskommunikation führen.

    Teiltextsegmente von Abstracts deutscher Germanisten
    häufig vorkommende Teiltextsegmente selten vorkommende Teiltextsegmente
  • Ziel des Beitrags (17 Texte)
  • Erklärungen über das behandelte Thema (8 Texte)
  • theoretische Grundlagen (8 Texte)
  • Erklärungen über das behandelte Werk (4 Texte)
  • Verfahrensschritte (4 Texte)
  • Aufzeigen der Forschungslücke (2 Texte)
  • These des Verfassers (2 Texte)
  • Leistung des Beitrags (ein Text)
  • Zitatangabe: Referenz auf andere Untersuchungen (ein Text)
  • Tabelle 3

     

    Teiltextsegmente von Abstracts türkischer Germanisten
    häufig vorkommende Teiltextsegmente selten vorkommende Teiltextsegmente
  • Ziel des Beitrags (19 Texte)
  • Erklärungen über das behandelte Thema (10 Texte)
  • Erklärungen über das behandelte Werk (8 Texte)
  • Verfahrensschritte (3 Texte)
  • theoretische Grundlagen (ein Text)
  • Aufzeigen der Forschungslücke (ein Text)
  • Tabelle 4

    Anmerkungen

    * Dieser Beitrag ist im Rahmen des an der Universität Istanbul unter der Nummer 108K375 laufenden internationalen TÜBITAK-Projektes "Türkisch-Deutsche Kulturbeziehungen und Kulturtransfer” entstanden. Er ist die erweiterte und überarbeitete Version des auf dem IVG Kongress 2010 vorgetragenen Beitrags "Ein interkultureller Vergleich über Abstracts in türkischen und deutschen Germanistikzeitschriften". In dem IVG-Beitrag wurden Textbaupläne bzw. Teiltextsegmente von Abstracts türkischer und deutscher Germanisten analysiert. Darüber hinaus werden im vorliegenden Artikel stilistische Eigenschaften von Abstracts in beiden Kulturen untersucht und verglichen. Ich danke meinen Kollegen, Herrn Assoc. Prof. Dr. Ersel Kayaoğlu und Herrn Robert Wegener, für kritische Kommentare zu diesem Beitrag. zurück

    1 Für den Vergleich von Wissenschaftstexten zwischen dem Deutschen und anderen Sprachen sind folgende Untersuchungen als Beispiele zu nennen: Sachtleber (1993) hat deutsche und französische Linguistik-Kongressakten miteinander verglichen. Trumpp (1998) hat deutsche, französische und englische Wissenschaftstexte aus der Sportwissenschaft analysiert. Baßler (2003, 2007) und Breitkopf (2006, 2007) haben deutsche und russische Soziologie-Texte untersucht. Szurawitzki (2007) hat eine kontrastive und diachrone Analyse über Einstiege finnischer und deutscher linguistischer Zeitschriftenartikel durchgeführt. Deutsche und türkische Wissenschaftstexte aus der Linguistik und Übersetzungswissenschaft wurden von Şenöz-Ayata (2008, 2009) und Başokur/Baykan/Polat (2008) erforscht. Konukman (2011) hat Wissenschaftsstile deutscher und türkischer Fachzeitschriftenartikel aus der Betriebswirtschaft untersucht. zurück

    2 In diesem Beitrag wird nur auf retrospektive Abstracts eingegangen, weil diese Typen für die Untersuchung von Bedeutung sind. Des Weiteren lassen sich Abstracts nach verschiedenen Kriterien wie Inhalt und Form in weitere Typen wie indikative und informative Abstracts, Textabstracts, Strukturabstracts etc. unterteilen (vgl. Busch-Lauer 2007: 99-100). zurück

    3 Die IMRD-Struktur besteht aus einer Einleitung (Introduction), einer Methodendarstellung (Method), Ergebnissen (Results) und einem Diskussionsteil (Discussion). zurück

    4 Von seinen Untersuchungen ausgehend kommt Swales (1990: 81) zur Feststellung, dass der Aufbau des Abstracts die Struktur des wissenschaftlichen Artikels widerspiegelt. Aber diese Feststellung gilt besonders für Abstracts in Naturwissenschaften. Denn die Analyseergebnisse zeigen, dass Abstracts in Naturwissenschaften i. d. R. der IMRD Struktur des Artikels folgen und aus vier Schritten bestehen: "1) Einleitung mit Zielsetzung des Beitrages 2) Material und Methode, 3) Ergebnisse 4) Diskussion" (Busch-Lauer 2001: 210). Müller hebt ebenfalls hervor, dass Abstracts vier wesentliche Gliederungspunkte wie „Zweck/Ziel, Methoden, Ergebnisse, Schlussfolgerungen" enthalten (Müller 2008: 14). Es soll weiter untersucht werden, in wieweit diese Struktur in Abstracts aus Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften vorzufinden ist. zurück

    5 Die Zeitschrift Studien zur deutschen Sprache und Literatur (Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi) wird seit 1954 von der Abteilung für deutsche Sprache und Literatur an der Istanbul Universität herausgegeben. Die Zeitschrift hat heute einen Schwerpunkt im Bereich Interkulturalität und vergleichende Studien (meist türkisch-deutsch) aus den Gebieten Literaturwissenschaft und Linguistik sowie Kulturwissenschaft und Sprachdidaktik (vgl. http://www.istanbul.edu.tr/edebiyat/edebiyat/dekanlik/dergi/ad/dergi.htm). zurück

    6 Die Tabellen, die sich im Anhang befinden, stellen die Vorkommenshäufigkeit von Teiltextsegmenten in den analysierten Abstracts aus der deutschen und türkischen Germanistikzeitschrift dar. zurück

    7 Siehe für die IMRD-Struktur Fußnote 3. zurück

    8 In Klammern werden die Originaltitel von englischsprachigen Abstracts türkischer Germanisten angegeben. zurück


    Literatur

    Baßler, Harald (2003): "Russische, deutsche und angloamerikanische Zeitschriftenabstracts der Soziologie: Worin unterscheiden sie sich?". In: Gruber, Helmut/Menz, Florian/Panagl, Oswald (eds.): Sprache und politischer Wandel. Frankfurt am Main etc.: Peter Lang: 189–212.

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    Başokur, Ece/Baykan, Şirin/Polat, Nükhet (2008): "Ein interlingualer Vergleich über deutsche und türkische Wissenschaftstexte – dargestellt am Beispiel von Fachzeitschriftenartikeln aus der Übersetzungswissenschaft". Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 20: 169–184.

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    Busch-Lauer, Ines-Andrea (2001): Fachtexte im Kontrast: Eine linguistische Analyse zu den Kommunikationsbereichen Medizin und Linguistik. Frankfurt am Main etc.: Peter Lang.

    Busch-Lauer, Ines-Andrea. (2007): "Abstracts in der Wissenschaftskommunikation –Definition und Klassifikation". In: Auer, Peter/Baßler, Harald (eds.): Reden und Schreiben in der Wissenschaft. Frankfurt am Main etc.: Campus: 99–114.

    Clyne, Michael (1991): "Zu kulturellen Unterschieden in der Produktion und Wahrnehmung englischer und deutscher wissenschaftlicher Texte". Info DaF 18/4: 376–383.

    Duszak, Anna (ed.) (1997): Culture and Styles of Academic Discourse. Berlin etc.: Mouton de Gruyter.

    Flottum, Kjersti/Dahl,Trine/Kinn,Torodd (eds.) (2006): Academic Voices: Across Languages and Disciplines. Amsterdam: Benjamins.

    Graefen, Gabriele/Thielmann, Winfried (2007): "Der Wissenschaftliche Artikel". In: Auer, Peter/Baßler, Harald (eds.): Reden und Schreiben in der Wissenschaft. Frankfurt am Main etc.: Campus: 67–98.

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    Hutz, Matthias (1997): Kontrastive Fachtextlinguistik für den fachbezogenen Fremdsprachenunterricht. Fachzeitschriftenartikel der Psychologie im interlingualen Vergleich. Trier: Wissenschaftlicher Verlag.

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    Oldenburg, Hermann (1992): Angewandte Fachtextlinguistik: Conclusions und Zusammenfassungen. Tübingen: Gunter Narr.

    Sachtleber, Susanne (1993): Die Organisation wissenschaftlicher Texte. Eine kontrastive Analyse. Frankfurt am Main etc.: Peter Lang.

    Swales, John M. (1990): Genre Analysis. English in Academic and Research Settings. Cambridge: University Press.

    Szurawitzki, Michael (2007): "Überlegungen zu einer kontrastiven und diachronen Analyse der Einstiege finnischer und deutscher linguistischer Zeitschriftenartikel 1897–2003". In: Hall, Chiristopher/Pakkanen- Kilpiä, Kirsi (eds.): Deutsche Sprache, deutsche Kultur und finnisch-deutsche Beziehungen. Festschrift für Ahti Jäntti zum 65. Geburtstag. Frankfurt am Main etc.: Peter Lang: 261–268.

    Şenöz-Ayata, Canan (2008): "Eine kontrastive Analyse über die Darstellungshaltung des Autors in deutschen und türkischen Wissenschaftstexten". Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 20: 153–168.

    Şenöz-Ayata, Canan (2009): "Ein interkultureller Vergleich von Wissenschaftstexten, dargestellt am Beispiel von deutsch- und türkischsprachigen Linguistik-Texten". In: Hess-Lüttich, Ernest (ed.): Differenzen: Interkulturelle Probleme und Möglichkeiten in Sprache, Literatur und Kultur. Frankfurt am Main etc.: Peter Lang: 135–148.

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    Trumpp, Eva Kassandra (1998): Fachtextsorten Kontrastiv: Englisch-Deutsch-Französisch. Tübingen: Gunter Narr.

    Ventola, Eja (1994): "Abstracts as an Object of Linguistic Study". In: Čmejrkova, Svetla et al. (eds.): Writing vs. Speaking: Language, Text, Discourse, Communication. Tübingen: Gunter Narr: 333–352.


    Die analysierten Abstracts zu den Artikeln aus der Zeitschrift für deutsche Philologie

    Albrecht, Andrea/Weiershausen, Romana (2007): "Das Motto. Aus Tristan und Isolde. Elsa Bernsteins Drama 'Dämmerung' als Auseinandersetzung mit dem Wagnerismus um 1900". Zeitschrift für deutsche Philologie 4/2007: 547–573.

    Bergengreun, Maximilian (2007): "Der große Mogol oder der Vater der Lügen des Schelmuffsky – Zur Parodie des Reiseberichts und zur Poetik des Diabolischen bei Christian Reuter". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2007: 161–184.

    Carstersen, Thorsten (2009): "Herr seiner Zeit. Peter Handkes Don Juan und das heilsame Abenteuer des Erzählens". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2009: 281–299.

    Dawidowski, Christian (2007): "Die Tiersymbolik und der Mutter-Vater-Komplex in Stifters 'Hochwald'". Zeitschrift für deutsche Philologie 4/2007: 526–546.

    Dawidowski, Christian (2009): "Die literarische Darstellung des Holocaust. Ein semiologisches Modell zum Beschreiben und Erfassen von Typologien". Zeitschrift für deutsche Philologie 4/2009: 591–613.

    Dehrmann, Mark-Georg (2008): "Die widerständige Apostrophe: Göttliche Autorschaft in Rilkes 'Sonetten an Orpheus'". Zeitschrift für deutsche Philologie 4/2008: 557–572.

    Hermann, Iris (2008): "Möchte ich ein schwimmender Schreiber sein? Von der 'Wortsucht' in Robert Schindels Gedichtsband 'Wundwurzel'". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2008: 269–284.

    Hösle, Vittorio (2008): "Der Geist als Nostalgiker des Lebens. Was verbindet und was unterscheidet Grillparzers 'Sappho' und Manns 'Tonio Kröger'?". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2008: 177–198.

    Klappert, Annina (2009): "Jean Paul intermedial. Phantasie und Exzerptsystem als Medien der Sichtbarmachung". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2009: 207–217.

    Körte, Mona (2008): "Die Toten am Tisch: 'Familienromane' nach dem Holocaust". Zeitschrift für deutsche Philologie 4/2008: 573–594.

    Kraft, Stephan (2009): "Verloren im Netzwerk. Überlegungen zur Unlesbarkeit der 'Römischen Octavia' Herzog Anton Ulrichs". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2009: 163–178.

    Lemke, Anja (2008): "Figurationen der Melancholie. Spuren Walter Benjamins in W. G. Sebalds 'Die Ringe des Saturn'". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2008: 239–267.

    Lorenz, Markus (2009): "Die Welt als Hasard und Vorstellung. Schnitzlers Novelle 'Spiel im Morgengrauen'". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2009: 241–260.

    Loescher, Jens (2009): "Die 'Lokulamente' des Gehirns. 'Schoenschreiben' bei Goethe". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2009: 179–206.

    Öhlschläger, Claudia (2009): "Poetik und Ethik der kleinen Form: Franz Kafka, Robert Musil, Heiner Müller, Michael Köhlmeier". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2009: 261–279.

    Pornschlegel, Clemens (2008): "Nicht als blau: Zur Frage der poetischen Transzendenz in der Moderne". Zeitschrift für deutsche Philologie 4/2008: 595–608.

    Schwarz, Sandra (2008): "Poetischer Realismus in der 'Maske des Mythos': Conrad Ferdinand Meyers 'Schuß von der Kanzel'". Zeitschrift für deutsche Philologie 4/2008: 535–555.

    Renneke, Petra (2007): "Kartographie des Denkens – Kafka und Benjamin im Kontext von Judentum und Moderne". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2007: 273–296.

    Vogt, Margrit (2007): "Sinnes- und Körpermetamorphosen in Hofmannsthals 'Das Kleine Welttheater oder Die Glücklichen'". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2007: 244–272.

    Wolf, Norbert Christian (2008): "'Wer hat dich, du schöner Wald…?' Kitsch bei Musil – mit Blick auf den 'Mann ohne Eigenschaften'". Zeitschrift für deutsche Philologie 2/2008: 199–217.


    Die analysierten Abstracts zu den Artikeln aus Studien zur deutschen Sprache und Literatur

    Arıcı, Oğuz (2006): "Epik Tiyatro ve Gestus Kavramı Üzerine ("About the Epic Theatre and the Gestus")8. Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 18: 87–104.

    Ayhan, Yıldız (2006): "Eleştirilerin Odağında Bir Yazar: Christa Wolf" ("Christa Wolf as an Author in the Focus of Criticism"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 18: 124–132.

    Dayıoğlu, Lale (2008): "İki İp arasında Tahta Parçası: Salıncak Üstünde bir Yaşam-Fontane’nin Effi Briest Romanındaki 'Salıncak' Motifi" ("Batten between Two Ropes: A Life on a Swing – The Swing Motive in Fontane’s Effi Briest"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 20: 141–152.

    Dayıoğlu-Yücel, Yasemin (2008): "Die Plagiats-Debatte um Zaimoğlus Leyla und Özdamars Karawanserei – kulturelles Kapital und geistiges Eigentum?" Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 20: 113–128.

    Durusoy, Gertrude (2005): "Der Stachel des Befehls und die Dramen Canettis". Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 17: 23–34.

    Göbenli, Mediha (2008): "Der Begriff der 'Weltliteratur' im Kontext der Komparatistik". Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 20: 25–34.

    İpşiroğlu, Zehra (2006): "Bertolt Brecht Tiyatrosunun Açtığı Yollar ya da Brecht’in Güncelliği-Geçmişle Gelecek Arasındaki Köprü" ("The Ways Bertolt Brecht Opened or the Currency of Brecht – The Bridge between Past and Future"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 18: 54–67.

    Karaboğa, Kerem (2006): "Brechtyen Oyuncunun Gerçekçi Sanatı" ("The Realistic Art of Brechtian Player"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 18: 68–86.

    Karakuş, Mahmut (2007): "Selim Özdoğans Die Tochter des Schmieds: Möglichkeiten der Selbstverwirklichung der Frauen". Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 19: 138–154.

    Kayaoğlu, Ersel (2006): "Erzählen in Evelyn Grills Roman Vanitas oder Hofstätters Begierden". Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 18: 105–123.

    Kayaoğlu, Ersel (2008): "Perspektivenwechsel als Erzählprinzip in Katharina Hackers Roman Die Habenichste". Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 20: 129–140.

    Kuruyazıcı, Nilüfer (2006): "Galilei’nin Yaşamı Örneğinde Bugünden Brecht’e Bakış" ("A Look from Today’s Perspektive at Brechts 'Galilei'"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 18: 41–53.

    Kuruyazıcı, Nilüfer (2007): "Eine Großstadt im Dialog der Kulturen - dargestellt an unterschiedlichen literarischen Bildern der Stadt Istanbul". Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 19: 111–124.

    Oraliş, Meral (2007): "Külkedisi’nin Cennet Bahçesi ya da Effi Briest’in Toplumsal Cinsiyeti Nasıl Kodlandı?" ("Gender in Effi Briest"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 19: 125–137.

    Oraliş, Meral (2008): "Kentinden ve Kendinden Sürgün" ("Exiled from One’s Self, Exiled from One’s Land"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 20: 77–91.

    Oraliş, Meral (2009): "Bedende Açan Çiçekler-Franz Kafka’nın Yara İmgesi" ("Illness as a Metaphor in Kafka’s Works"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 21: 13–30.

    Öztürk, Kadriye (2008): "Das Fremde im Lichte des Postkolonialismus neu lesen – Helge Timmerbergs Shiva Moon. Eine indische Reise und Hans Christoph Buchs Standort Bananenrepublik. Streifzüge durch die postkoloniale Welt". Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 20: 93–112.

    Polat, Nükhet (2009): "Alman Yazınından Bir Pop Örneği: Andreas Neumesiter’de 'Techno Sound’un Yazıdaki Kozmosu"("An Example of German Pop: The Cosmos of the Techno Sound in the Writing of Andreas Neumeister"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 21: 61–75.

    Sunar, Şebnem (2009): "Babalar ve Oğulları, Oğullar ve Sevgilileri Franz Kafka ve Babaya Mektup" ("Fathers and Sons, Sons and Lovers, Franz Kafka und Brief an den Vater"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 21: 31–39.

    Tepebaşılı, Fatih (2005): "Körleşme Romanı ve Bilim Adamı Sorunsalı" ("The Novel Die Blendung and the Problem of Scientist"). Alman Dili ve Edebiyatı Dergisi 17: 35–46.